Drachenskulptur im Kurpark wurde feierlich eingeweiht

"Gordo ist mein dicker großer Freund. Er hat immer einen Platz für uns", lobte der dreizehnjährige Michel den bespielbaren Drachen, an dessen Fertigstellung auch er mit mehr als 380 weiteren Kindern und Erwachsenen mitgewirkt hatte
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Wo: Nordwall, 46509 Xanten auf Karte anzeigen

Wind oder Selbstbefreiungsversuch?

Mehr als 380 Kinder und Erwachsene waren an der Fertigstellung beteiligt 

Ein Raunen ging durch die große Menge der zur Einweihung im Kurpark am Nordwall erschienen Kinder und Erwachsenen. Plötzlich flog die Abdeckplane, welche den Drachen Gordo noch vor den Augen der Zuschauer verbarg, an einer Stelle zur Seite. War es der Wind oder wollte er nicht länger auf seinen Auftritt warten. Es wird sich nie beantworten lassen. Allerdings behauptete so mancher der Anwesenden, er habe ein leichtes Aufbäumen des Drachen wahrgenommen.

Doch die Freilegung ging Schritt für Schritt über die Bühne und Gordo musste sich noch etwas gedulden. Nachdem Bürgermeister Thomas Görtz in einer kurzen Ansprache der Künstlerin Nicole Peters für die Idee, welche er als „ihr Baby“ bezeichnete und deren Umsetzung mit Hilfe von mehr als 380 Kindern und Erwachsenen gedankt hatte, wurde der Schwanz des Fabelwesens Schritt für Schritt freigelegt. Darauf nahm dann ein Helfer nach dem anderen Platz, nachdem er eine für ihn wichtige Eigenschaft der Skulptur betont hatte. So sagte der dreizehnjährige Michel, „Gordo ist mein dicker großer Freund. Er hat immer einen Platz für uns“, bevor er auf seinen Rücken kletterte.

Valentina Vlasic, Kunsthistorikerin und Kuratorin am Museum Kurhaus Kleve lobte die Stadt Xanten für ihre Bereitschaft, den bespielbaren Drachen als soziale Skulptur entstehen zu lassen. „Das ist nicht selbstverständlich, denn die meisten Städte beschaffen sich so etwas als fertiges Spielgerät“. Hier konnte jeder mithelfen, frei nach Beuys, der einmal sagte, „Jeder Mensch ist ein Künstler“. So verband das Werk Menschen, bekannte und unbekannte, die sich erst bei der Arbeit kennenlernten.

Als die Arbeiten fertiggestellt waren, wurde in einem besonderen Ritual eine „Baustellenmelone“ verzehrt, um dem Ganzen etwas Einzigartiges zu verleihen. Auch die Künstlerin selber, die nach einer Operation erst am vorherigen Tage aus dem Krankenhaus entlassen worden und zur Einweihung auf Krücken erschienen war, dankte nochmal allen Helferinnen und Helfern. Nachdem die Formalitäten beendet waren, ließ Gordo bereitwillig alle Kinder aufsteigen und verhielt sich vollkommen zahm. Vielleicht doch nur der Wind, der die Plane bewegt hatte?

Randolf Vastmans

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