Jan Hus – Reformator, Märtyrer, Nationalheld

Wann? 22.04.2015 18:00 Uhr bis 22.04.2015 19:30 Uhr

Wo? Maxhaus, Schulstraße 11, 40213 Düsseldorf DE
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Düsseldorf: Maxhaus |

Am 22. April 2015 ist beim 1644. „mittwochgespräch“ Professor Dr. Winfried Eberhard der Referent und Gesprächspartner beim „mittwochgespräch“. Sein Thema lautet: „Jan Hus – Reformator, Märtyrer, Nationalheld“. Wie immer findet das „mittwochgespräch“ um 18:00 Uhr im Katholischen Stadthaus „Maxhaus“ an der Schulstraße 11 in der Düsseldorfer Altstadt, statt.

Jan Hus (1370-1415) wirkte in Prag als kirchenkritischer Volksprediger und zugleich als Magister an der Prager Karls-Universität, wo er die Lehren des englischen Reformators John Wiclif verteidigte. Dadurch geriet er in einen Kirchenprozess, an dessen Ende ihn das Konstanzer Konzil als Häretiker verurteilt und verbrennen ließ. Die von ihm angeregte Reformbewegung entwickelte sich jedoch zu einer ganz Böhmen und Mähren erfassenden Revolution (1419-1435). Deren Ergebnis war u. a. eine eigenständige hussitische Kirche, in der Hus als heiliger Märtyrer verehrt wurde. Nach der Rekatholisierung der böhmischen Länder (seit 1620) kam er in der tschechischen Nationalbewegung des 19./20. Jahrhunderts zu neuer Bedeutung als historische Leitfigur des nationalen Geschichtsbewusstseins. In der kommunistischen Zeit wurde die hussitische Revolution zum Kern der tschechischen sozialistischen Erinnerungskultur und zur Vorläuferin der proletarischen Revolution. Nach 1990 begannen ökumenische Bemühungen zur Rehabilitation von Jan Hus und erreichten 1999 die Anerkennung des Vatikans.

Professor Dr. Winfried Eberhard, Jahrgang 1941, studierte von 1961–1969 Katholische Theologie, Geschichte und Romanistik an den Universitäten Tübingen, Innsbruck, München und Dijon. 1974 Promotion zum Thema "Konfessionsbildung und Stände in Böhmen 1478–1530" und 1982 Habilitation mit dem Thema "Monarchie und Widerstand. Zur ständischen Oppositionsbildung im Herrschaftssystem Ferdinands I. in Böhmen" an der Universität Bochum. Danach unterschiedliche Lehrtätigkeiten und wissenschaftliche Projekte an den Universitäten Bochum, Siegen, Hannover und Halle/S. Von 1996 –2007 Gründungsdirektor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig und zugleich Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig.
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