Wer will zum FC Bayern? Casting für ARD-Film auf Altenessener Sportanlage

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So könnte es 1932 bei FC Bayern ausgesehen habe, ist die Produktionsfirma überzeugt. Auf der Altenessener Bezirkssportanlage Bäuminghausstraße ist es derzeit noch Alltag.
Essen: Bezirkssportanlage Bäuminghausstraße | Den FC Bayern kennt jeder, den Namen Kurt Landauer hierzulande wenige. Dennoch wird ein Fernsehfilm über diesen früheren FCB-Präsidenten teils in Essen gedreht - auf der Sportanlage Bäuminghausstraße. Am Sonntag, 23. Juni, findet von 13 bis 17 Uhr das Casting statt - nicht nur für Leute mit Ballgefühl.

Warum wurde ausgerechnet die, sagen wir vorsichtig, renovierungsbedürftige Altenessener Platzanlage ausgesucht? Weil der Film vor und nach dem Zweiten Weltkrieg spielt und die Spielstätte des TuS Helene einen glaubwürdigen Hintergrund abgibt - sagt die verantwortliche Agentur Eick.

Film zeigt FCB-Präsident Kurt Landauer

Kurt Landauer war vor und nach dem Dritten Reich mehrfach FCB-Präsident. Da er Jude war, musste er 1933 sein Amt abgeben. 1939 floh er vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Seine Geschwister wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.
1947 kehrte Landauer nach München zurück; eigentlich nur, um sich ein Visum für die USA zu besorgen. Aber dann blieb er doch in seiner Heimatstadt und wurde noch im selben Jahr erneut Bayern-Präsident. Er war es bis 1951, gestorben ist er 1961.

Über 800 Personen werden für die Produktion „Landauer“ gesucht. Um die Geschichte dieses Mannes zu erzählen, der maßgeblich an Vereinserfolgen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt war, braucht man Menschen im Stadion und drumherum: Fans, die die Mannschaften anfeuern; Fotografen, die mit der (gestellten) Ausrüstung von damals die Spielszenen festhalten; Journalisten, die ins Mikro schreien; Kiebitze, die nach Talenten spähen. Und natürlich Fußballspieler (ab sieben Jahre bis zu den Alten Herren). Wann war es je so leicht, zum FC Bayern zu gehen?
Unter den Zuschauern sollen zu einem Viertel Frauen sein. Sie alle müssen die Zeit repräsentieren. Blondierte oder gesträhnte Haare haben daher keine Chance, und der durchschnittliche Nachkriegsdeutsche war auch nicht gerade korpulent.

Dreharbeiten ab Mitte Juli

Die Dreharbeiten beginnen Mitte Juli, die Aufwands­entschädigung richtet sich nach der Größe der Rolle. Die Interessenten kommen am 23. Juni einfach zur Sportanlage, füllen einen Fragebogen aus und werden fotografiert. Den für die wichtigeren Parts Ausgewählten stehen bis zu acht Drehtage, auch in München, bevor.

Alle anderen können sich bei den Dreharbeiten in der Altenessener Sportanlage im Kostüm und mit Kurzhaarschnitt (Spieler mit Zopf gab es noch nicht, Sechstagebart auch nicht) zum Beispiel ins Jahr 1932 zurückträumen. Damals begann der FCB mit seiner Sammlung Deutscher Meisterschaften. Auch für das seinerzeitige Endspiel werden Darsteller gesucht.
Und wer doch noch - wie die Toten Hosen - Bedenken hat, zum FC Bayern zu gehen, wird vielleicht auf Seiten des Gegners Eintracht Frankfurt eingeteilt. Da darf er dann eine 0:2-Niederlage glaubwürdig spielen.
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