Gladbeck: Martin Luther Forum Ruhr | Schoah oder Shoah (hebräisch für „das Unheil“, „die Katastrophe“) und Holo-caust – diese Begriffe stehen für den Völkermord an Millionen europäischer Juden. Zum Teil schwer traumatisiert leben heute noch, fast siebzig Jahre nach Kriegsende, rund 60.000 Schoah-Überlebende in Israel unterhalb der Armuts-grenze. Bestürzt über die schweren Lebensumstände der Überlebenden, fassten die beiden Studentinnen Anna Damm und Sarah Hüttenberend den Entschluss nach Israel zu reisen, um dort selbst diese Menschen und ihre heutige Situation kennen zu lernen. Entstanden ist daraus die Ausstellung „Heimatsucher – Schoah-Überlebende in Israel heute“, die nach dem Landtag NRW ab dem 27.Januar 2013 im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck zu sehen ist.
Die Zeitzeugenausstellung mit beeindruckenden Portraits von Schoah-Überlebenden porträtiert die intensiven Begegnungen und Gespräche der beiden Studentinnen mit den Überlebenden authentisch und ehrlich. Die insgesamt zwölf vorgestellten Porträts der Überlebenden bestehen aus eindringlichen In-terviews und Fotografien, die persönliche Einblicke auf die individuellen Schick-sale im Kontext der Schoah ermöglichen. Neben Interviews aus Israel wurden auch Gespräche mit in Deutschland verbliebenen und zurückgekehrten Überle-benden geführt; so zum Beispiel auch mit dem Überlebenden Rolf Abraham-sohn aus Marl, der 2011 als Vestischer Ehrenbürger des Kreises Recklinghau-sen geehrt wurde.
Fragen, wie es den Überlebenden heute geht, wie sie sich nach der Schoah ein neues Leben aufgebaut haben und was ihnen heute Kraft und Zuversicht gibt, bilden bei den Interviews einen besonderen Schwerpunkt. Damit schlagen sie eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, jenseits von Vergessen und Trivialisierung, wo einzig der Mensch in den Fokus rückt.
Die Heimatsucher-Ausstellung wurde im November 2012, anlässlich des Ge-denkens an die Ereignisse der Reichspogromnacht, im Landtag NRW in Düs-seldorf ausgestellt. Im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck, Bülser Straße 38, wird die Ausstel-lung am Sonntag, 27. Januar 2013, dem Gedenktag für die Opfer des National-sozialismus, um 19.30 Uhr eröffnet. Grußworte werden Gladbecks Bürgermeis-ter Ulrich Roland und Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, sprechen. Die Projektinitiatorinnen werden in die Ausstellung einführen. Ehrengast des Abends wird der Überlebende Rolf Abra-hamsohn aus Marl sein. Begleitet wird die Eröffnung von Klezmermusik mit Yael Izkovich (Gesang) und Norbert Labatzki (Gitarre und Klarinette). Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis zum 3. Februar 2013 im Martin Luther Forum Ruhr, Bülser Straße 38, zu sehen. Öffnungszeiten: Di, Do, Fr, So 14 bis 17 Uhr, Mi 19 bis 21 Uhr. Zu diesen Zeiten sind die Projektinitiatorinnen persön-lich in der Ausstellung anzutreffen. Zum Abschluss wird zudem am 03. Februar 2013 von 14 bis 17 Uhr eine offene Gesprächsrunde beim Nachmittagskaffee mit den Projektinitiatorinnen stattfinden. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Osnabrück und der Universität Düsseldorf kindgerecht aufgearbeitet. So kann Schülerinnen und Schülern ab der 4. Jahrgangsstufe bis zur Oberstufe das komplexe und emotionale Thema der Schoah nahegebracht werden. So werden auch in Gladbeck Schulklassen von den Projektinitiatorinnen persönlich durch die Ausstellung geführt. Hierfür hat sich bereits eine Schulklasse der Uh-landschule Gladbeck angemeldet. Durch das Beantworten von „Expertenkarten“ lernen die Kinder selbst interaktiv und altersgerecht die Zeitzeugen kennen. Weitere Schulklassen, die sich hierfür noch anmelden möchten, können dies bei der Projektorganisatorin Ruth-Anne Damm tun (per Email an: ruth-anne@rdamm.de).
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Gladbeck. Rund 7000 Läufer, Walker und Wanderer waren beim diesjährigen „Hermannslauf“ am Start und mit Sigurd Reeh auch ein Mitglied des „TV Einigkeit Gladbeck“.
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