Oberhausen hilft sich selbst

Wann? 14.05.2013 19:00 Uhr

Wo? Bert-Brecht-Haus, Saporishijeplatz, 46045 Oberhausen DE
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  Oberhausen: Bert-Brecht-Haus |

Können Genossenschaften, Regionalwährungen und Zeitbanken der Stadt Oberhausen aus der Finanzkrise helfen?

In Oberhausen hat sich eine Gruppe von Personen gebildet, die einen neuen sozialen und wirtschaftlichen Prozess in Oberhausen initiieren möchte, um das soziale Allgemeinwohl zu stärken und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich eine dramatisch verschuldete und von anwachsender Armut betroffene Stadt allmählich aus eigener Kraft von Sparzwängen befreien und neue schöpferische Energien freisetzen kann. Durch die Entwicklung eines alternativen Wirtschaftskonzeptes sollen neue soziale Gestaltungsmöglichkeiten und ein Klima für eine aktive Bürgergesellschaft entstehen. Der Vortrag von Franz Galler ist die erste öffentliche Veranstaltung.

Franz Galler ist Initiator des Regiogeld-Vereins „Sterntaler“ und Gründungsvorstand der Sozialgenossenschaft Regio STAR e.G. In seinem Vortrag wird er über die Problematik des Euro als europäische Währung referieren. Als globale Währung unterliegt der Euro dem Wachstums- und Renditezwang, so dass einerseits eine Akkumulation stattfindet, der Euro aber andererseits schnell aus den Regionen abgezogen wird. Regionalgeld kann als Komplementärwährung zum Euro als reines Tauschmittel diese Lücke schließen, so dass regionale Wirtschaftskreisläufe durch ein schnell zirkulierendes Regionalgeld nicht nur erhalten, sondern sogar gestärkt werden. Ziel von Regionalgeld ist also eine aktive Einbindung der Bevölkerung, eine Stärkung der regionalen Identität, Verbesserung der Lebensqualität und des lokalen Dienstleistungsangebotes. Daraus soll im nächsten Schritt eine Förderung sozialer Bezüge, Verbesserung der regionalen Wertschöpfung und regionaler Einkommen erfolgen soll.

Franz Galler wird diese Entwicklungen am Beispiel aktueller Projekte, insbesondere der Sozialgenossenschaft RegioSTAR eG, illustrieren. Mit seinem Vortrag möchte Franz Galler seinen Zuhörern deutlich machen, dass sie über Genossenschaften und Lokalwährungen, in Verbindung mit Zielen des Gemeinwesens, ein Instrument in der Hand haben, das ihnen die Handlungshoheit wieder zurück gibt, noch vorhandene Ressourcen schützt und auf diesen aufbauend etwas neues Gemeinsames entstehen lässt.

Zur Person:
Franz Galler aus der bayerischen Gemeinde Ainring ist der Initiator des Regiogeldes „Sterntaler“, Vorstand des Regiogeld-Vereins STAR e.V. und Gründungsvorstand der Sozialgenossenschaft RegioSTAR e.G. Mit Geld hat er auch beruflich zu tun. Der gelernte Bankkaufmann war über 25 Jahre im Bankwesen tätig und ist seit 10 Jahren selbständiger Vermögensberater. Als Lehrbeauftragter für Regionalentwicklungsthemen ist er an der Hochschule München und der Freien Universität in Bozen tätig. Zusammen mit seiner Frau Karin Deinbeck führt er seit Anfang 2012 das Zallis Naturkost Café und lebt dort seine Regiogeld-Idee: Über 60.000 Regios wurden beim Umbau investiert und Monat für Monat belaufen sich die Regio-Einnahmen auf über ein Drittel des Monats-Umsatzes. Tendenz steigend und bei 100% Akzeptanz! Und … das Zallis hat noch nie Regiogeld zurückgetauscht, sondern über Lieferanten & Geschäftspartner seinen eigenen Kreislauf geschaffen.

Ein Projekt von Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Silvio-Gesell-Gesellschaft, Stadt Oberhausen, Urbane Künste Ruhr
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1 Kommentar
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Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 03.07.2013 | 16:24  
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