ENSEMBLE RUHR SPIELT HUGO KAUN NEU - Vergessener Ausschnitt der Tonwelt wieder zu hören

Wann? 10.02.2017 19:00 Uhr

Wo? Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17, 44789 Bochum DE
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Ensemble Ruhr (c)Jan Pauls (Foto: Ensemble Ruhr)
Bochum: Haus der Geschichte des Ruhrgebiets |

Das Ensemble Ruhr spielt Hugo Kaun im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets neu. Der Komponist Hugo Kaun (1863-1932) genoss nach 1900 in Deutschland und den USA hohe Popularität. Auf dem bedeutenden Essener Tonkünstlerfest 1906 wurde sein 2. Streichquartett in d-Moll, Opus 41 für 2 Violinen, Bratsche und Violoncello uraufgeführt.

Während des Nationalsozialismus sind Kauns Werke oft gespielt worden, nach 1945 geriet er dann weitgehend in Vergessenheit. Das Ensemble Ruhr macht mit seiner Aufführung im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum einen vergessenen Ausschnitt der Tonwelt wieder erlebbar. Es spielen Nina Reddig und Sabine Akiko Ahrendt, Violinen, Max Schmiz, Viola sowie Anna Betzl-Reitmeier, Violoncello.
Der Konzertabend ist der musikalische Abschluss der Veranstaltungsreihe "Selbstbetrachtungen einer Region. Streifzüge durch die Klassische Moderne im Ruhrgebiet".

Hugo Kaun auf dem Essener Tonkünstlerfest 1906

Auf dem Essener Tonkünstlerfest 1906 waren neben der Uraufführung von Gustav Mahlers 6. Sinfonie auch Hugo Kauns 2. Streichquartett in d-Moll vertreten. Bei den Zeitgenossen kam dieses Stück sehr gut an und sie jubelten ihm zu.
Doch es gab Konflikte zwischen den musikalischen Strömungen Kauns und des Mahler-Kreises. Im Anschluss an das Konzert wird der Musikwissenschaftler Privatdozent Dr. Hartmut Hein von der Philipps-Universität Marburg diese Konflikte erläutern. Sein Thema ist "Der 'progressive' Mahler-Kreis und Hugo Kaun - Symphonie versus Streichquartett".

Klassische Moderne im Ruhrgebiet

Die Vorträge der Veranstaltungsreihe "Selbstbetrachtungen einer Region. Streifzüge durch die Klassische Moderne im Ruhrgebiet" führten in die Geschichte kultureller Einrichtungen im Ruhrgebiet in den Jahrzehnten zwischen 1890 und 1930 ein, die in der Kulturgeschichte als Klassische Moderne bezeichnet werden. Die Vorträge zeigten, dass es in der Region Kunstwerke und kulturelle Einrichtungen gab, die schon von Zeitgenossen des frühen 20. Jahrhunderts als Teil der Moderne diskutiert wurden und denen man das Attribut des Klassischen zusprach.
In Kunst, Architektur und Musik entwickelte sich eine Vielfalt von Ausdrucksstilen, die das bisher Dagewesene revolutionierte. Der Ort der Klassischen Moderne waren die europäischen Metropolen. Veranstalterin der Vortragsreihe ist die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets (SGR) im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets. Gefördert wurde sie vom LWL und der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung.
Der Eintritt ist frei.

Thea Struchtemeier
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