Freihandel und weltweit fairer Lohn? Der 2. Bochumer Disput diskutiert zu Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Produktion

Wann? 08.06.2015 18:00 Uhr

Wo? Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17, 44789 Bochum DE
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Beim 2. Bochumer Disput diskutierten (vlnr) Monika Kemperle (Assistant General Secretary, IndustriALL Global Union Genf), Soziologieprof. Ludger Pries Ruhr-Universität Bochum, die Juniorprofessorin Sabrina Zajak vom ISB der RUB, Oliver Pye (Stiftung Asienhaus, Köln), Heiner Köhnen (TIE, Internat. Bildungswerk, Frankfurt), auf der Seite der Unternehmen Stefan Wengler (Geschäftsführer Außenhandelsvereinigung d.Deutschen Einzelhandels AVE, Business Social Compliance Initiative) (Bilder:Thea Struchtemeier)
 
Monika Kemperle (Assistant General Secretary, IndustriALL Global Union Genf) machte in Bochum engagiert auf die unfairen Arbeitsbedingungen von Textilarbeiter/innen aufmerksam
Bochum: Haus der Geschichte des Ruhrgebiets | Ein billiges Schnäppchen? Schön. Doch wer denkt in der Freude darüber an diejenigen, die es herstellten? Während die Konsumenten in Europa und Deutschland von den billigen Preisen vieler Konsumgüter profitieren, sind die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in den zumeist in Asien angesiedelten Lieferbetrieben oft verheerend.

Zunehmend auf Druck von unten entstanden in der Folge transnationale Kooperationen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die sich für die Einhaltung internationaler Kernarbeitsnormen stark machen. Deshalb verpflichten sich immer mehr Unternehmen zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in ihren Lieferketten.

Dem Thema der weltweiten Globalisierungskonflikten widmet sich der 2. Bochumer Disput am 8. Juni 2015, der wieder im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets stattfindet. Er wird organisiert vom Institut für soziale Bewegungen der RUB (ISB) sowie der Gemeinsamen Arbeitsstelle der RUB/IGM. Dr. Manfred Wannöffel (RUB/IGM) sowie Klaus Priegnitz (IGM) leiten in das Thema ein; die Moderation übernimmt Professorin Sabrina Zajak vom ISB der RUB.

Kann die Globalisierung Allen Nutzen bringen?

Globalisierungskonflikte spiegeln sich in unterschiedlichen Auseinandersetzungen wider, so zwischen transnationalen Unternehmen und Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern, Gewerkschaften, NGOs und den Konsumentinnen und Konsumenten. Der 2. Bochumer Disput rückt dieses Mal die ungesicherten Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen am Ende der globalen Produktionsnetzwerke in den Vordergrund, in denen international verbindliche Regeln zur Durchsetzung sozialer und ökologischer Mindeststandards fehlen. Der Disput beleuchtet die Debatte um die Einhaltung und Kontrolle internationaler Arbeitsstandards in globalen, vor allem asiatischen Lieferbetrieben aus der Perspektive der Wissenschaft, der Gewerkschaften, der Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft. Der Bochumer Disput fragt, wie Globalisierung mit größtmöglichem Nutzen für Alle gestaltet werden kann.

Gäste der Diskussionsrunde

Monika Kemperle (Assistant General Secretary, IndustriALL Global Union, Genf), Prof. Ludger Pries, (Lehrstuhl für Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung, RUB), Heiner Köhnen (TIE, Internationales Bildungswerk, Frankfurt) und Oliver Pye (Stiftung Asienhaus, Köln) werden beim Bochumer Disput Rede und Antwort stehen.

Der Zweck der Bochumer Dispute

Der Bochumer Disput richtet ein besonderes Augenmerk auf die Lösungsmöglichkeiten von Konflikten, mögliche Zukunftsszenarien sowie das gestalterische Potenzial von Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Bürgerinnen und Bürgern. Der Bochumer Disput wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.


Rückblick mit Lokalbezug und Bildreihe
Von der Seite der Unternehmen ergänzte Stefan Wengler die Diskussionsrunde des 2. Bochumer Disputs (Geschäftsführer Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels AVE, Business Social Compliance Initiative).
Engagiert nahmen die Diskussionsteilnehmer Bezug auch auf lokale Bochumer Unternehmen wie kik, Adler oder NKD, die im Rana Plaza/Bangladesh produzieren ließen. Im April 2013 war das Bürogebäude in Sabhar eingestürzt und begrub tausende von Textilarbeiterinnen und Textilarbeitern unter sich. Dabei wurden 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt. Nach dem DGB sollen verantwortliche Unternehmen bis heute noch nicht in den Entschädigungsfonds für die Betroffenen eingezahlt haben. Von fünf deutschen Firmen zählen dazu laut DGB die Billigketten Adler Modemärkte, NKD und Kanz-Kids-Fashion (Stand: 1. September 2014). Apropos billig: aber auch teuer eingekauft bedeutet nicht fair produziert.
Auch bisher eingezahlte Gelder erreichten die Opfer b i s l a ng nicht (wobei anscheinend seit gestern Bewegung in die Fondsmodalitäten kam).

Weiterführende Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%A4udeeinsturz_...
http://www.stern.de/wirtschaft/news/rana-plaza-in-...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rana-...
http://orf.at/stories/2281372/2281375/
http://www.dgb.de/themen/++co++acc5848e-4568-11e4-...
http://www.welt.de/newsticker/news2/article1421591...
http://www.taz.de/Rana-Plaza-Einsturz-in-Banglades...!5203131/
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