Oer-Erkenschwick: 86. Schnadgang des Heimatvereins zur Grenze nach Essel

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In früheren Zeiten gab es keine Stadt oder Dorf, in dem nicht zur Wahrung ihrer Rechte die Grenzen ihrer Gebiete in einem Schnadgang umschritten wurden.

Das Wort „Schnadgang“ leitet sich dabei von dem alten Begriff „Schnade“ für Grenze ab. Für die jungen Leuten oft eine schmerzlich Erfahrung, wurden sie doch an den Grenzmarkierungen tüchtig verprügelt, damit der Schmerz die Erinnerung an diese Stelle aufrechterhielt. Denn wenn Grenzzeichen verschwanden wurde versucht, durch Aussagen der alten Leute und aus den letzten Spuren die alte Grenze wiederherzustellen. Durch die Einführung von Grundbüchern verschwand der Sinn dieser Schnadgänge und infolgedessen wurden sie in einer Verfügung des preußischen Innenministeriums vom 6. Juli 1817 zwar noch gestattet, aber nicht mehr für notwendig erklärt. Einige Jahre später wurden sie dann sogar gänzlich verboten.
Das Jahr 1926 brachte einschneidende politische Veränderungen für die Bauerschaften hier. Mit Wirkung zum 1. April wurden die kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirk neu geregelt. Im Zuge dieser Neuregelung entstand die Gemeinde Oer-Erkenschwick aus der bereits bestehenden Gemeinde Oer, der Bauerschaft Erkenschwick und der Bauerschaft Rapen. Der Verein für Orts- und Heimatkunde wollte seinerzeit die Grenzen der soeben neu entstandenen Gemeinde Oer-Erkenschwick bekannter machen, denn die Bauerschaft Erkenschwick gehörte bis dahin zur Landgemeinde Recklinghausen, die Bauerschaft Rapen zur Gemeinde Datteln.

Heute gibt es einen Grenztrunk

Er erinnerte sich hierzu der Tradition der Schnadgänge. Statt der im Mittelalter üblichen Prügel an den Grenzmarkierungen gibt es heute allerdings den Grenztrunk. Der neue Gemeindevorsteher hatte hierzu zum ersten Schnadgang 1926 einen Pokal gestiftet, der noch heute zum Einsatz kommt.
In diesem Jahr näheren wir uns Essel an der südlichen Stadtgrenze von Oer-Ereknschwick. Die Bauerschaft Essel ist dabei eng mit der Geschichte von Oer verbunden. So gehörten fünf Höfe aus Essel zum Oberhof Oer und damit zum Kirchspiel von St. Peter und Paul in Oer. Die enge Verbindung zeigt sich auch darin, dass 1869 der Schützenkönig der Oerer Gilde aus Essel kam. Eine Station auf der rund 4 km langen Wanderung wird auch der Hof Dörlemann sein, die einzige noch verbliebene Brennerei im Kreis Recklinghausen, die noch einen eigenen Feinbrand herstellt. Hier besteht die Möglichkeit einer Kostprobe der Erzeugnisse.
Der Treffpunkt ist am Sonntag, 7. Mai, um 14 Uhr der Parkplatz des Netto-Markts an der Horneburger Straße. Eine Anmeldung oder Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.
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