Theater FLINgern: Premiere für Heinz-Erhardt-Revue

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Karin Halinde, Daniel Marré und Renate Söhnigen widmen Heinz Erhardt einen Abend. Foto: Theater Flin
„Ein kleiner Abend für den großen Heinz“ heißt die neue Revue, die am Wochenende im Theater FLINgern Premiere feierte – und bis in den Februar hin ausverkauft ist.
Über 33 Jahre ist Heinz Erhardt tot. Und irgendwie mag es der Besucher des Theater FLINgern nicht so recht glauben. Denn, wenn die Gedichte, Lieder, Sketche und Conférencen des beliebten Künstlers auf der Bühne zum Besten gegeben werden, kann ein Großteil der Besucher mitsprechen – und macht es teilweise auch. Als die Worte „Hinter eines Baumes Rinde...“ fallen, ist aus den Reihen des Publikums nicht nur ein beglücktes Seufzen und ein „Endlich“ zu hören, sondern auch die Einstimmung in das Gedicht „Die Made“. Darunter sind auch viele junge Menschen. Vielleicht ist es der Überdruss an trivialer Comedy, die den Abend im Theater FLINgern zu etwas Besonderem machen und aus dem „kleinen“ einen „großen“ Abend machen.
Denn Heinz Erhardts Wortgewandheit, sein oft so feiner hintersinniger Witz und auch seine alltäglichen, einfachen Themen sind heute, in der Comedians vielfach unter die Gürtellinie zielen, eine Wohltat. Natürlich gehören Worte wie „Mietskasernen“ und „Muselmann“ nicht mehr zum Sprachgebrauch, aber was soll es.
Großes vollbringt das Ensemble. Renate Söhnigen, Karin Hallinde und Daniel Marré schaffen es annähernd zwei Stunden ohne Versprecher Heinz Erhardts Worte auf die Bühne zu bringen. Roter Faden des Abends ist Erhardts Biographie – von seiner Geburt in Riga über seine Erfolge auf der Bühne und im Fernsehen bis hin zu seinem Schlaganfall und seinem Tod lernt der Zuschauer Heinz Erhardt kennen. Passend zu seinen Lebensstationen sind Gedichte und Zitate ausgesucht. „99 Prozent dessen, was auf der Bühne gesagt wird, stammt von Heinz Erhardt“, sagt Philipp Kohlen-Priebe, Theaterchef und gemeinsam mit Karin Halinde für das Skript verantwortlich.
„Der kleine Abend für den großen Heinz“: Es wird gelacht, geschmunzelt und viel applaudiert. Karten gibt allerdings erst wieder für die Vorstellungen im Februar. „Mit so einem Interesse an Heinz Erhardt haben wir nicht gerechnet“, sagt Philipp Kohlen-Priebe. Er und sein Team zeigen, dass Heinz Erhardts Angst, dass sich nach seinem Tod niemand mehr an ihn erinnert, völlig unbegründet war. Und sie zeigen, dass er die Leute zum Lachen bringen kann. Und das sogar 30 Jahre nach seinem Tod...
Infos und Karten (wenn auch, wie gesagt, erst ab Februar wieder) gibt es übers Netz: www. theater-flin.de.
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