Kein Sport für Draufgänger

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Im vergangenen Jahr Westfalenmeister im ADAC-Dunlop-Kart Youngster Cap, fuhr sich Simon Vogthofer in diesem Jahr an die Bundsspitze. (Foto: Oliver Czubaszek sen.)
 
Bevor es auf die richtige Bahn geht, wird sich im Slaomkart erst mal um Hütchen und Tore geschlängelt. So finf es auch bei Simon Vogthofer an. (Foto: Stephan Vogthofer)
Hagen: Hagen Motodrom | Deutschlands bester World-Formula Fahrer Simon Vogthofer düste mit Köpfchen zum Erfolg

Seit einigen Tagen kann sich der 14-jährige Gymnasiast Simon Vogthofer aus dem Hagener Beule-Kart-Racing-Team der beste World-Formula Fahrer Deutschlands nennen. Teamchef Achim Beule bescheinigt seinem Schützling Talent und das Zeug, es im Motorsport noch ein großes Stück weiter zu bringen. Immerhin holte auch der mehrfache Formel1-Weltmeister Michael Schumacher seine ersten Siege auf der Kartbahn ...

An diesem Mittwochnachmittag ist auf der Bahn des Motodrom Hagen, der Hausbahn des Beule-Kart-Racing-Teams , nicht viel los: Ein Kartfahrer-Mini dreht eindrucksvoll seine Runden, gibt Gas, bremst ab, kämpft mit dem kleinen Körper gegen die Fliehkräfte in der Kurve, rutscht gefährlich nah an die Gummireifenbande, gibt wieder Gas und düst die gerade Strecke entlang, bis man von ihm nur noch das dröhnende Motorengeräusch wahrnimmt ...

So ungefähr sahen auch seine ersten Runden auf der Kartbahn aus, erinnert sich Simon schmunzelnd. Das war vor ungefähr dreieinhalb Jahren, nachdem er ein Jahr zuvor mit Slalomfahren in den Kart-Sport eingestiegen war. „Da war ich zehn“, sagt der junge Rennfahrer. Als er es dann drauf hatte, die Tore und Hütchen mit dem Slalomkart geschickt und schnell zu passieren, bekam er Lust, den bis dahin betrieben Breitensport, der das Slalom-Fahren ist, für sich zu professionalisieren und sich als Teil eines Rennteams auf eine Kart-Bahn mit anderen Kartfahrern zu messen.

Das Interesse für den Rennsport hat sich von seinem Vater auf ihn übertragen, der zwar nicht selbst in das Kart steigt - „das war ein großer Traum von mir“ - seinen Sohn aber zu jedem Rennen begleitet und mit ihm auch die Zeit verbringt, die der Sport außerhalb der Rennen fordert. „Wir sind so ziemlich jedes Wochenende unterwegs, um entweder auf verschiedenen Kart-Bahnen zu trainieren oder bei Rennen Punkte zu sammeln“. Beide sind ein eingespieltes Team.
Dabei kann sich Stephan Vogthofer aber noch genau an die zwiespaltigen Gefühle erinnern, die er hatte, als er seinen 10-jährigen Sohn das erste Mal auf ein Kart setzte, ihm erklärte, wie man Lenkung, Gas und Bremse bedient und ihn dann losfahren sah. Simons Talent auf den vier Rädern zeigte sich auch hier.
Gemeinsam bauten die beiden Vogthofers an Simons Kart. Und wie in der Formel 1 gibt es auch beim Kart das Team aus Mechanikern und Coach, das seinen Anteil zum Erfolg der Fahrer beiträgt. Für Simon Vogthofer ist neben Coach Achim Beule Mechaniker Dennis Tuszinsky so ein wichtiger Helfer. Denn nahezu tägliches ständiges Tüfteln und Feintuning des Karts sind nötig, um einem talentierten Sportler optimale Erfolgsbedingungen zu schaffen.

Kühler Kopf

Beim Rennen dann kommt es letztendlich auf den Fahrer selbst an, darauf, dass er in bestimmten Situationen auch einen kühlen Kopf behält. Simons Vater weiß: „Kartfahren ist kein Sport für Draufgänger. Da muss man mit Köpfchen agieren.“ Simon sei so ein Junge, der zwar das Risiko nicht scheut, aber eher der Kopfmensch ist. „Der Kartsport ist ein Kontaktsport“, erklärt Stephan Vogthofer. Wenn die Gruppe der Fahrer startet, kommen sie sich schon gefährlich nahe. Da kann es schon mal dazu kommen, dass sich der Kartfahrer plötzlich nur auf zwei Rädern wiederfindet. Da heißt es, schnell und mit Köpfchen zu reagieren, damit man im Rennen bleibt.
An Unfälle mit dem Kart kann sich Simon nicht erinnern, vielleicht an die eine oder andere brenzliche Situation, aber da sei nie etwas Schlimmes passiert. Auch wenn sich vor ihm ein Kart zum Beispiel dreht, steige zwar auch sein Adrenalinspiegel, aber Angst habe er deshalb nicht. Die sollte man auch in diesem Sport nicht haben.

Den Meistertitel holte sich Simon letztendlich auch mit seiner mentalen Stärke. In dem ersten von zwei Finalrennen startete er aus der dritten Reihe, kämpfte sich immer weiter vor und beendete dieses Rennen nach starken Überholmanövern mit dem zweiten Platz. Somit musste er in dem zweiten Rennen alles geben. „Immer nach vorne gucken“, war seine Motivation, als erster durchs Ziel zu kommen.
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