Elke Eckert: Technikerin bei den Hertener Stadtwerken - (fast) allein unter Männern

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Elke Eckert kommt beruflich viel herum. Am Schreibtisch kann man sie nicht fotografieren.
„Ich habe schon als Kind und Jugendliche alles auseinandergebaut, was mir in die Hände fiel, um zu sehen, wie es funktioniert: Radios, Kassettenrecorder, Stereoanlage.“ Die Weichen waren gestellt: Elke Eckert ist Technikerin bei den Hertener Stadtwerken.

„Ein Mathe-Crack war ich auf der Schule aber nicht“, wiegelt Elke Eckert die Vermutung ab, warum sie sich als junges Mädchen für eine Ausbildung zur Energieanlagen-Elektronikerin entschieden hat. Die Arbeit, die Elke Eckert macht, gilt - immer noch - als nicht unbedingt typisch für Frauen. Sie hat viele Kollegen, aber nur eine Kollegin.
Zum 1. September 1987 trat sie ihre Lehre bei den Hertener Stadtwerken an und arbeitet hier bis heute. Gerne und aus Überzeugung. „Es war eine richtige Entscheidung, weil die Atmospäre stimmt und der Job krisensicher ist.“
Die Arbeit liegt ihr überhaupt: Sie kann tüfteln, Probleme lösen und „mich manchmal richtig dreckig machen. Ich wollte auf keinen Fall einen Büro-Beruf, da würde ich eingehen.“

„Kein Job für Leute mit Nail-Styling“


Elke Eckert wetzt los, wenn sie gebraucht wird, beispielsweise an Baustellen. „Der Umzug des Rathauses nach der Renovierung war die heftigste Aufgabe, die wir zu stemmen hatten.“
Sie arbeitet mit Werkzeug, natürlich. „Alles am Mann“ kann man in ihrem Fall schlecht sagen. Also alles an der Frau? „Nein!“ Die sportliche 45-Jährige lacht. „Meinen Werkzeugkasten ziehe ich auf einem Trolley hinter mir her, schön bequem.“ 10 Kilo schwer sei das Teil, schätzt die Hertenerin.
Auf eine Stellenausschreibung hatte sich die Schülerin der Gesamtschule 1987 bei den Stadtwerken beworben, die damals ausdrücklich auch Mädchen aufforderten, sich zu melden. „Die Kollegin, mit der ich anfing, ist auch noch dabei. Wir sind die einzigen Frauen in der Abteilung geblieben.“
Warum so wenig weibliche Wesen sich für technische Berufe begeistern, verstehe die Hertenerin auch nicht. Ihre Meinung: „Es liegt nicht daran, dass Frauen das nicht können. Der Beruf ist halt nichts für Leute mit gestylten Fingernägeln und Kriegsbemalung.“
Wer Elke Eckert sieht, denkt an Marathonläufe oder Mörder-Radtouren. Falsch. „Früher habe ich gerne Fußball gespielt und auch geboxt. Nur so, nicht im Verein. Boxen ist total gut, um sich abzureagieren.“
Sie ist zufrieden. Der Sandsack hat ausgedient.

Kurz-Infos

- Seit über 100 Jahren liefern die Hertener Stadtwerke Energie.
- Aktuell haben die Stadtwerke 197 Mitarbeiter, davon sind 74 Frauen.
- Im Bereich Technik arbeiten zwei Frauen bei den Stadtwerken.
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