Vortrag "Die Reformation in Westfalen: regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz"

Wann? 07.09.2017 19:00 Uhr

Wo? Märkisches Museum Witten, Husemannstraße 12, 58452 Witten DE
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Witten: Märkisches Museum Witten | Am 7. September 2017 (19 Uhr) lädt der Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark (VOHM) zum Vortrag von Prof. Dr. Werner Freitag (Münster): "Die Reformation in Westfalen: regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz" seine Mitglieder und Gäste herzlich ins Märkische Museum ein.
Westfalens Landkarte des 16. Jahrhunderts zeigt sich als Flickenteppich. In kleineren und größeren Territorien, Autonomie-, Bischofs- und Landstädten, aber nur in einer Reichsstadt (Dortmund), in Adelsherrschaften, die sich wenige Dörfer erstreckte und in Klöstern und Stiften ging es wie anderswo in Deutschland darum, die Reformation einzuführen bzw. zu verhindern. Werner Freitag, Landeshistoriker an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, unternimmt es in seinem Vortrag, die verschiedenen Verläufe der Reformation darzustellen und typologisch zu bündeln. Es gab städtische, landesherrliche, bischöfliche, sodann auf das Territorium bezogene ständische sowie „Adels- und Pfarrerreformationen“. Ebenso aber gab es auch Städte und Territorien in Westfalen, etwa das Münsterland, wo es „nur“ zu einer evangelischen Bewegung kam, die nicht in eine Reformation mündete, oder wo ein vermittelnder Weg im Sinne der humanistischen Reform eingeschlagen wurde (Grafschaft Mark und Ravensberg).
Der Blick des Landeshistorikers erstreckt sich in dem Vortrag nicht nur auf die zentralen Ereignisse und Verlaufsformen der städtischen und territorialen Reformation, sondern es wird auch der Alltag in den Pfarreien um 1550 untersucht: Wurden das neue Bekenntnis (in Westfalen war es das Martin Luthers) und die neue Liturgie (Luthers Deutsche Messe) tatsächlich eingeführt? Kam es zu einer von der Papst- und Bischofskirche klar geschiedenen neuen Kirchenorganisation? Erstaunliches kommt zutage: der unvollkommene Verwaltungsaufbau, die Existenz liturgischer Mischformen, die Kontinuität der Pfründen, aber auch das „Einsickern“ des reformatorischen Laienkelchs und der neuen Lieder in formal katholisch gebliebenen Regionen Westfalens, wie etwa im Münsterland.
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