Finalrunde der Frauen-Judo-Bundesliga: Ein fünfter Platz zum sechsten Mal in Folge

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Am Samstag, 15. Oktober fand in Backnang für die Piratinnen des JC66 Bottrop die Finalrunde der Judo-Bundesliga statt. Sechs Teams hatten sich für dieses Event qualifiziert. Nach einer klaren 3-10 Niederlage gegen den Titelverteidiger JSV Speyer reichte es für das Damenteam erneut „nur“ für einen fünften Platz. Dennoch lassen die einzelnen Leistungen der Teammitglieder positiv in die Zukunft blicken.
Die Piratinnen waren am Vortag angereist, wie wenn sie sich ernsthaft vorgenommen hatten, den Titelverteidiger mit seinen Superstars herauszufordern. Dabei war das Team des JC66 Bottrop im Vorfeld schon geschwächt gewesen: Aus verschiedenen Gründen (Einsatz mit der Nationalmannschaft, Trainingspause nach den Olympischen Spielen, Verletzung) fehlten die amtierende Vize-Europameisterin Guusje Steenhuis, die Olympia-Siebte von Rio Tessie Savelkouls, die Dritte der EM-U23 Lea Püschel und das Nachwuchstalent Myriam Blavier. Das solche Ausfälle schwer zu kompensieren sind, erklärt sich von selbst. Die Auseinandersetzung gegen einen Judo-Giganten stand also unter einem schlechten Stern. Mit dem Rücken zur Wand zeigten die Piratinnen ihre wahre Größe. Trainer Wolfgang Amoussou beschrieb es so: „Mich interessiert nicht, wer der Gegner ist und wie gut besetzt unser Team an einem bestimmten Tag sein mag. Egal vor dem wir stehen verlange ich von meinem Team immer eine optimale Vorbereitung, maximale Motivation und maximalen Einsatz. Das haben die Mädels die ganze Saison perfekt umgesetzt, auch jetzt in der Finalrunde. Diese Einstellung macht uns stark.“

Im ersten Durchgang stießen die Piratinnen jedoch gegen eine uneinnehmbare Festung. Lediglich Alina Fiedler -70 Kg konnte ein Unentschieden erkämpfen. Ihre Teamkolleginnen gingen alle zu Boden. In der Umkleidekabine ließen sich die Piratinnen von einem solchen Widerstand nicht demotivieren. Es gab trotzdem sehr gute Leistungen zu vermerken und sie waren ein Beweis dazu, das es sich lohnte, unbekümmert weiter anzugreifen. Zum Beispiel kämpfte Nora Bannenberg -57 kg mit ihren 17 Jahren mit Bravour gegen die Deutsche Meisterin Johanna Müller. Svenja Radtke stand im Schwergewicht mutig gegenüber Jasmin Külbs, der amtierenden Vize-Europameisterin. Svenja war immer die Aktivere. Ca. 1 Minute vor Schluss fand Külbs jedoch eine Lücke und ließ dann ihre Masse sprechen.

In der zweiten Halbzeit griffen die Piratinnen mit dem gleichen Engagement an. Assunta Galeone -78 Kg und Chantal König -70 Kg holten die ersten beiden Punkte. Nora Bannenberg -57 Kg musste gegen die Vize-Olympiasiegerin von Rio (-52 Kg), Odette Giuffrida antreten. Nora trotzte jedoch vor Selbstbewusstsein. Im Kampf viel sie zwar vier Mal auf die Matte, aber jedes Mal verschenkte sie mit „Yuko“ nur die kleinste Wertung. Giuffrida, die an diesem Tag in ihrer besten Verfassung war und dem Publikum ihr ganzes Talent zeigte, konnte diesen Kampf jedoch nicht frühzeitig beenden. Die Sensation des Tages kam für den JC66 Bottrop im letzten Kampf, als Julia Rotthoff die amtierende Junioren Europameisterin und Fünfte der Frauen-EM 2016 vorzeitig besiegte. Schon im ersten Durchgang hatte der Team-Captain einen sehr guten Kampf gegen Reka Pupp aus Ungarn geliefert und die Top-Kämpferin aus Osteuropa hatte in manchen Situationen Schwächen gezeigt. In der Pause wurde die Taktik noch einmal besprochen. Das zahlte sich im zweiten Durchgang aus, als Julia ihre Gegnerin überforderte und letztendlich überraschen konnte. „Julia ist ein Phänomen: Sie arbeitet zwar schon als Lehrerin in Vollzeit, aber sie wird trotzdem immer besser. Ich wünsche, dass sie noch lange weiterkämpft, denn sie hat noch ungenutztes Potential“, so Wolfgang Amoussou.

Mit einer 3-10 Niederlage gegen den JSV Speyer endete die Route für den JC66 Bottrop mit einem erneuten fünften Platz. Speyer wurde diesmal Zweiter, während die Münchener aus Großhadern den Titel holen konnten.
Der Teammanager Guido Materzok sagte als Fazit zum diesem Wettkampftag: „Mit dem Endergebnis kann ich nicht zufrieden sein, aber das Kampfverhalten war wieder außergewöhnlich gut“. Wolfgang Amoussou ergänzte: „Nächste Saison sind wir noch ein bisschen stärker. Schritt für Schritt werden wir unser Ziel erreichen.“


Fotos:
- Das Team des JC66 Bottrop

Weitere Informationen zu Verein, den Ligen und dem Training finden Sie jederzeit unter www.jc66.de.
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1 Kommentar
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Melanie For aus Arnsberg | 20.10.2016 | 10:15  
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