Meilenstein für das ehemalige Ruhr-Zink-Betriebsgelände in Datteln

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Die Dezernentin für Umwelt und Bauen des Kreises Recklinghausen, Susanne Gobrecht, sowie die beiden Geschäftsführer der Ruhr-Zink GmbH, Wolfgang Sailler und Karsten Heidebrecht, besiegelten einen öffentlich-rechtlichen Vertrag für die Umsetzung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Foto: privat
Bei der Sanierungsplanung für das ehemalige Betriebsgelände der Ruhr-Zink GmbH an der Wittener Straße in Datteln ist ein Meilenstein erreicht: Vertreter des Kreises Recklinghausen und der Ruhr-Zink GmbH haben einen öffentlich-rechtlichen Vertrag unterzeichnet. Damit wird der zweite Sanierungsplan, der fachlich und finanziell die Voraussetzungen für eine gewerbliche Nachnutzung der Flächen auf dem rund 13 Hektar großen Areal schafft, in Kraft gesetzt.

Die Dezernentin für Umwelt und Bauen des Kreises Recklinghausen, Susanne Gobrecht, sowie die beiden Geschäftsführer der Ruhr-Zink GmbH, Wolfgang Sailler und Karsten Heidebrecht, besiegelten nach etwa zwei Jahre dauernden Diskussionen über verschiedene Sanierungsvarianten einen Vertrag für die Umsetzung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen.

Im Kreishaus lag ein Vertrag mit 15 Paragrafen auf 20 Seiten auf dem Tisch - zuzüglich zehn Anlagen, die einen ganzen Aktenordner füllen. Vertragsgegenstand ist die Sanierungsvariante „Dichtwand mit kombinierter Oberflächenabdichtung“ einschließlich des Baus von Sicherungsbauwerken und Infrastruktureinrichtungen.

„Endlich steht fest, wie die Schadstoffsituation gesetzes-konform und mit Rücksicht auf die Entwicklungsziele der Stadt Datteln in den Griff zu bekommen ist“, so Geschäftsführer Wolfgang Sailler.

Dezernentin Susanne Gobrecht erklärte, dass mit diesen Maßnahmen insbesondere folgende Sanierungsziele erreicht werden sollen: Herstellung einer gefahrlos nutzbaren Industrie- und Gewerbefläche, Unterbindung des Transfers von Schwermetallen bzw. schwermetallhaltigen Materialien über den Wirkungspfad Boden - Mensch und Unterbindung des Transfers von Schwermetallen bzw. schwermetallhaltigen Materialien über den Wirkungspfad Boden - Grundwasser innerhalb des durch die Dichtwand umschlossenen Bereichs.

„Ruhr-Zink verpflichtet sich gegenüber dem Kreis Recklinghausen, die vertraglich fixierten Maßnahmen unverzüglich auf eigene Kosten durchführen zu lassen“, mit diesen Worten betont Geschäftsführer Karsten Heidebrecht die mit dem Sanierungsvertrag geschaffene Verbindlichkeit.

Zum Hintergrund: Ein etwa sechs Hektar großer Teil des ehemaligen Betriebsgeländes der Ruhr-Zink GmbH in Datteln ist bis zu einer Tiefe von teilweise 15 Metern mit den Schwermetallen Zink, Cadmium und Nickel sowie durch Sulfat verunreinigt. Bei der Sanierung favorisierte Ruhr-Zink zunächst ein biochemisches Immobilisierungs-Verfahren. Hierzu hatte der Gutachter Plejades im Auftrag von Ruhr-Zink und in Abstimmung mit dem Kreis Recklinghausen einen Sanierungsplan erarbeitet (erster Sanierungsplan vom 5. Juli 2012).

Die Stadt Datteln kritisierte den ersten Sanierungsplan. Die politischen Gremien vertraten mehrheitlich die Meinung, dass die Sanierungsvariante mit vermeidbaren Nachteilen für die Nachnutzung verbunden sei.Ruhr-Zink erklärte sich daraufhin bereit, den Gutachter CDM in Abstimmung mit dem Kreis Recklinghausen zu beauftragen, einen alternativen Sanierungsplan zu erarbeiten (zweiter Sanierungsplan vom 2. August 2013). Dieser sieht die Kombination einer Oberflächenversiegelung mit einer Dichtwand vor. Der Kreis hat den zweiten Sanierungsplan unter Bezugnahme auf das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) mit Bescheid vom 22. November für verbindlich erklärt.
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