Verein gibt den "Reservist" auf

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DATTELN. Die Kanalstadt verliert eines ihrer Aushängeschilder. „Wir werden den Reservisten an die Bundeswehr / über den Reservistenverband (Bundesgeschäftsstelle Bonn) zurückgeben“, kündigt Wolfgang Grundmann, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der ehemaligen Flussfähre Mannheim, an. Bereits im Februar werde der Verein aufgelöst. Ausschlaggebend für diesen Schritt, der niemandem leicht fallen würde, sei die mangelnde Unterstützung seitens des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. „Das Präsidium in Bonn ist offenbar zu sehr mit ihrer eigenen Bürokratie beschäftigt, so dass die Basis nicht mehr wahrgenommen wird“, grollt Grundmann.
Auf diverse Schreiben an das Präsidium des Reservistenverbandes, in denen auf die schwierige Lage im Hinblick immer stärker anwachsende Kosten / Kraftstoffkosten als auch personellen Schwierigkeiten (im konkreten Fall fehlende Patentinhaber) des Vereins ausführlich hingewiesen wurde, habe man nicht einmal eine Antwort erhalten. „Selbst auf Briefe unseres Rechtsanwaltes wurde nicht reagiert“, kritisiert Grundmann, der zum Führen der Flussfähre eigens Patente erworben hat. Die Schwierigkeiten, mit denen der Verein zu kämpfen hat, seien sowohl die enormen Unterhaltungskosten wie Treibstoff, Versicherung oder Liegegebühren, als auch die zeitliche Belastung der Mannschaft. „Immerhin kommen schnell einmal 25 Wochenenden im Jahr zusammen, an denen wir unterwegs sind, um unserer Aufgabe als Mittler und Multiplikator zwischen der Bundeswehr und der Gesellschaft gerecht zu werden“, listet Grundmann den Einsatz seiner Crew auf. Und das seit inzwischen mehr als 25 Jahren.
In all dieser Zeit habe man mit dem Reservisten intensive Öffentlichkeitsarbeit für den Reservistenverband betrieben. Wolfgang Grundmann nennt Fahrten auf heimischen und ausländischen Gewässern sowie die Teilnahme an Großveranstaltungen wie beim Dattelner Kanalfestival, dem Dortmunder Hafenfest oder dem Nordrhein-Westfalen-Tag, bei denen man Millionen Besucher und Zuschauer erreicht habe. Darüber hinaus verweist er auf diverse Fernsehbeiträge und unzählige Presseartikel, in denen über den Reservisten berichtet wurde. Weiterhin habe er in seinen Schreiben an den Verband auch darauf hingewiesen, dass die Flussfähre für Fahrten mit Vereinen, Schulen, Kindergärten aber auch für das Familienbildungszentrum der Bundeswehr an zahlreichen Wochenenden eingesetzt wurde. „All dies scheint das Präsidium nicht zu interessieren“, sagt Grundmann und kann seine Verbitterung nicht zurückhalten.
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