Cat Stevens alias Yusuf Islam in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Hall

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Cat Stevens alias Yusuf Islam in der Düsseldorfer „Mitsubishi Electric Hall“ Foto: Werner Zempelin
 
Cat Stevens alias Yusuf Islam in der Düsseldorfer „Mitsubishi Electric Hall“ - hier beim Titel „Moonshadow“ Foto: Werner Zempelin
Düsseldorf: Mitsubishi Electric Halle | Die Fans haben ihn wieder: Yusuf Islam alias Cat Stevens! Nach London, Brüssel, Mailand, Paris und Wien trat der vielgeliebte Rock-Folk–Sänger am Dienstagabend auch in Düsseldorf auf und die deutschen Fans begrüßten den 66-Jährigen mit der samtenen Stimme und den einfühlsamen Texten überschwänglich.
„Morning Has Broken“, „Father and Son“ und „Moonshadow“ sind zu Recht Klassiker. In der Mitsubishi Electric Hall als Bühnendekoration aufgebaut: eine Bahnhofsstation aus dem wilden Westen mit windschiefen Fensterläden, ein paar Wassertanks, herumstehende Kisten und das Stationszeichen des Tour-Stopps: Dusseldorf.

Ein Pfeifen wie aus einem Western-Krimi bringt Cat Stevens auf die Bühne. Mit der Sonnenbrille, dem weißgrauen, korrekt getrimmten Bart, mit Lederjacke, gestreiftem T-Shirt und Jeans sieht er aus, wie gerade mit dem Zug angekommen: ein wiedergekehrter Folk-Rockstar, der über 60 Millionen Alben verkauft hat.

Auslöser für seine Entscheidung zum Islam zu konvertieren, war das traumatische Erlebnis, fast zu ertrinken. Cat Stevens war beim Schwimmen vor Malibu Beach vom starken Wellengang überrascht worden. Die Legende will es, dass er in seiner Verzweiflung Gott um Hilfe rief und das Meer ihn tatsächlich aus seiner Umklammerung entließ.
1977 konvertierte Cat Stevens zum Islam und fand als Yusuf Islam seinen religiösen Frieden. Inzwischen hat er gelernt, Cat Stevens und seine Musik wieder als Teil seiner selbst zu akzeptieren. Die Konzerte sind Ausdruck dieser Erkenntnis und einer positiven Einstellung zu den Abschnitten seines Lebens, die ihn mit seiner Fangemeinde verbinden.

Und so ist die Stimmung bei ihm und den Besuchern zwischen 25 und 70 Jahren hervorragend, seine Begleitband in Topform, die „Peace Train … Late Again“-Tour kann beginnen. Cat Stevens bringt Songs mit, die früher mal Hits waren und bei vielen mit Jugenderinnerungen, wie der ersten Liebe und anderen Herzschmerz-Erfahrungen verbunden sind. Die Melodien sind den meisten im Gedächtnis, der Text geläufig, sodass das Mitsingen nicht schwer fällt. So bei „Oh, I'm being followed by a moonshadow...“, wobei der Himmel im Hintergrund aufleuchtet und nicht nur die weiblichen Fans die eine oder andere Träne herauslassen, denn der warme Klang der 1970er Jahre verzaubert noch immer unverändert - Balladen werden an diesem Abend zu Hymnen, das Publikum ist sichtlich gerührt.

Stevens hat aber nicht nur Evergreens im Gepäck, sondern auch „Tell ’em I’m gone“, sein neues Studioalbum als Yusuf. Obwohl Stevens neben fünf eigenen neuen Titeln auch Coverversionen von anderen Künstlern wie Procol Harum für das Album aufgenommen hat, scheinen die 3400 Besucher aber vorwiegend gekommen zu sein, um in der Vergangenheit zu schwelgen. Offensichtlich möchte er aber davon als Yusuf Abstand nehmen und bietet stattdessen rockige Versionen seiner Welthits an und wechselt dafür zu E-Gitarre oder Keyboard, so bei „Sad Lisa“. Nach dem spritzigen „If You Want to Sing Out, Sing Out” kommt die Pause.

Ein halbe Stunde später geht es mit dem munteren, freundlichen 66-Jährigen abwechslungsreich weiter, der seine persönlichen Lieblingssongs spielt, wobei auch Evergreens wie „You Are My Sunshine“ und der Beatles-Titel „All You Need Is Love“ mit dabei sind. Den Zuschauern sind allerdings die früheren Hits wichtig, wie „Morning has broken", „I love my dog“, „Where do the children play?“, „Wild World“, „The First Cut Is The Deepest“, wobei „Lady D’Arbanville“, trotz Zurufen aus dem Publikum nicht dabei ist.

Nach über zwei Stunden Spielzeit und zwei Zugaben verabschiedet sich Cat Stevens/Yusuf mit den Fingern ein Peace-Zeichen bildend dann von seinen Fans, die die Liebe zu diesem Künstler mit euphorischen Standing Ovations ausdrücken. Sie klatschen im Takt, wippen, tanzen und singen mit besonders bei „Another Saturday Night” und dem absolut grandiosen „Father And Son“, wobei die Zeile „I am old, but I’m happy” da wohl für Fans und den Star gleichermaßen passt.
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