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Ich weiß, ich kann manchmal eine Klugscheißerin sein, aber das ändert nichts an meinem Vorhaben, mein gestriges Erlebnis mit Ihnen zu teilen:

Unter strahlend blauem Himmel, am Ufer der Weser, habe ich gestern in Bremen einen Kiosk angesteuert, der sich als „chiosco italiano“ (in der Lautschrift würde es ähnlich aussehen wie „Kiosko italiano“) anpries. Ganz lapidar bestellte ich bei der Frau hinter der Theke auf Deutsch eine Kugel Schokoladeneis im Hörnchen. Wie man das eben so sagt, wenn man eine Kugel Schokoladeneis im Hörnchen haben möchte.

Neben mir stand ein Ehepaar. Während der Cappuccino (in der Lautschrift würde es ähnlich aussehen wie „Kaputschino“) für die beiden noch in der Mache war, fiel der Frau ein, dass ein bisschen Süße dem Heißgetränk erst den richtigen Geschmack verleihen würde.

So, und hier kamen mir gestern folgende Überlegungen in den Sinn:

a) Die Frau und der Mann haben kürzlich einen Italienischkurs belegt (definitiv für Anfänger!)
b) Die Frau und der Mann waren kürzlich in Italien und haben jeden Tag nach dem Essen Kaputschino getrunken
c) Die Frau und der Mann sollten dringend einen Italienischkurs (definitiv für Anfänger!) belegen,

denn: Fürsorglich wandte sich die Frau an den Mann mit der Ein-Wort-Frage: Ssutschehro? Woher sollte sie auch wissen, dass in den Cappuccino zucchero (Dsuckero, mit Betonung auf dem U) gehört. Mit Ssutschehro kann das Heißgetränk nicht viel anfangen, fürchte ich.

Ich könnte mir vorstellen, dass sie auch gerne Ssutschini und Gnottschies und Tschianti essen und trinken. Und wenn sie viel Geld haben, fahren sie bestimmt einen Lammbordschieni. Vielleicht nehmen sie mich ja mal mit auf eine Spritztour nach bella Italia.
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