Ohne Hausärzte geht es nicht: Weiterbildungsverbund gegründet

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Die hausärztliche Versorgung im Kreis Kleve soll verbessert werden. Hierfür haben die Kreisstelle Kleve der Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo), das Katholische Karl-Leisner-Klinikum und die niedergelassenen Ärzten des Kreises Kleve einen hausärztlichen Weiterbildungsverbund gegründet.


„Der demographische Wandel und die steigende Zahl chronischer Erkrankungen stellen große Herausforderungen an die künftige ärztliche Versorgung im Kreis Kleve“, so Dr. Wolfram Althoff, Vorsitzender der Kreisstelle Kleve der ÄkNo. „Eine wichtige Rolle kommt dabei den Fachärzten für Allgemeinmedizin zu, die ihre Patienten wohnortnah versorgen. Diese hausärztliche Versorgung ist gefährdet,“ so Vizepräsident der ÄkNo, Bernd Zimmer. Kernidee ist es, angehenden Allgemeinmedizinern eine regionale Komplettlösung ihrer fünfjährigen Weiterbildungszeit anzubieten. Die Zusammenarbeit von Klinik- und Hausärzten gibt dabei Planungssicherheit: Weiterbildungsstätten stehen frühzeitig fest, ein Wohnortwechsel ist nicht erforderlich, die Vergütung ist gesichert, die Zukunftsperspektiven sind attraktiv. Die Ärzte können als niedergelassener Hausarzt in einer Region tätig werden, deren Strukturen sie im Laufe der Weiterbildungszeit kennengelernt haben. Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums: „Als Klinikum wissen wir: Das geht nicht ohne die Hausärzte. Die gemeinsame Initiative von Klinik- und Hausärzten ist deshalb ein wichtiger Schritt.“ 38 niedergelassene Ärzte und 26 Ärzte des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Der Kreis ist damit aber für die Zukunft nicht geschlossen: „Wir freuen uns über jeden Klinik- und Hausarzt, der die Initiative unterstützt“, so Dr. Peter Enders.

Die Zulassung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ist Voraussetzung, um sich als Hausarzt niederzulassen. Innerhalb der fünfjährigen Facharztweiterbildung absolvieren die auszubildenden Ärzte in der Regel drei Jahre in der Klinik und zwei Jahre bei niedergelassenen Hausärzten. Die Weiterbildung reicht von der Arbeit als Stationsarzt bis zum Hausbesuch, von der Ultraschalluntersuchung bis zur Erkennung von Suchtkrankheiten, von der Wundversorgung bis zur Palliativmedizin. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass alleine die Gründung des Weiterbildungsverbundes noch keine Garantie für eine erfolgreiche Nachbesetzung frei werdender Hausarztsitze darstellen wird. „Daher sind wir sehr daran interessiert, mit der Gründung einer Hausarztakademie den Weiterbildungsverbund unterstützen zu können“, so Landrat Wolfgang Spreen.“

Info:

In vielen Regionen Nordrheins haben niedergelassene Hausärzte und Krankenhausärzte Hausärztliche Weiterbildungsverbünde gegründet. Der Hausärztliche Weiterbildungsverbund Kreis Kleve ist der 44. seiner Art und einer der bei der Gründung mitgliederstärksten in der Region Nordrhein. Im Kreis Kleve gibt es aktuell 177 niedergelassene Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten. In den kommenden Jahren ist ein Rückgang der Zahl zu erwarten. Der hausärztliche Weiterbildungsverbund ist ein probates Mittel im Kampf gegen diesen Mangel.
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