Phoenix Hagen wie ein leidenschaftlicher Orkan

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An diesem Abend hieß der Wintersturm nicht Xaver, sondern Phoenix. 2.927 Zuschauer sahen in der Enervie-Arena eine herausragende Leistung von Phoenix Hagen. Die Mannschaft von Ingo Freyer besiegte die EWE Baskets Oldenburg am 12. Spieltag der Basketball Bundesliga nach einer starken Vorstellung verdient mit 98:78 (42:40).

Nachdem Tief „Xaver“ die Rückreise vom Eurocup-Spiel in Zagreb am vergangenen Spieltag erschwerte, trafen die Oldenburger auf einer extrem fokussierte Hagener Mannschaft. Beide Teams hatten zu Beginn das Visier schlecht eingestellt. In einem engen ersten Viertel gefiel Phoenix dennoch. Die Hagener verteidigten konzentriert, überzeugten beim Rebound und machten das Spiel schnell, wann immer es möglich war.

Phoenix Hagen musste allerdings schnell zwei Rückschläge einstecken. David Bell fand sich nach nicht einmal fünf gespielten Minuten mit drei Fouls auf der Bank wieder. Mark Dorris knickte um und musste auch vorübergehend passen. Da war es sehr hilfreich, dass der genesenen Henry Dugat und Nikita Khartchenkov als Scorer einsprangen. Phoenix bekam zwar mehr Würfe im ersten Viertel, doch Oldenburg führte aufgrund der besseren Zweierquote knapp mit 21:20.

Im zweiten Viertel hatte Phoenix Hagen eigentlich die Nase vorn. Eigentlich, weil die Feuervögel offensiv weiter nicht optimal abschlossen. Die beiden Dreier von Mark Dorris und David Bell zum 31:25 (15.) kamen darum sehr gelegen, waren aber längst noch nicht richtungsweisend. Dazu war die eigene Wurfquote weiterhin zu schwach. Oldenburg bot – insbesondere in Form von Ballverlusten – zwar eine Menge an, blieb aber dennoch cool und ging mit einem erträglichen 40:42-Rückstand in die Kabine.

Das änderte sich jedoch gleich zu Beginn des dritten Viertels. Phoenix spielte im Angriff nun über David Bell und Nikita Khartchenkov. Das zahlte sich aus, denn die Hagener berauschten sich nun an der eigenen Offensive. Bell traf zum 54:42 (23.), Dorris erhöhte auf 59:46 (25.) und Larry Gordon gar auf 67:49 (28.). Die Gastgeber wirkten einfach entschlossener und bekämpften die EWE Baskets an beiden Enden des Spielfelds leidenschaftlich und nach Kräften.

Die Hagener verloren jetzt offensiv allerdings wieder etwas den Rhythmus. Etliche Angriffe blieben ohne Abschluss. Chris Kramer führte seine Baskets bis auf 71:64 heran (32.). Die Hagener brauchten ein wenig Zeit, um Mittel gegen die Oldenburger Zonenverteidigung zu finden. David Bell zog schließlich sein schärfstes Schwert. Der US-Guard traf zwei Dreier zum 79:66 (34.). Dann die entscheidende Szene: Keith Ramsey blockt den Korbleger von Dru Joyce, Phoenix erzielt im Gegenzug in Person von Larry Gordon einen Dreier aus dem Fastbreak zum 84:73 (37.). Der Rest war Party, solange man es mit den Hagenern hielt. Aus einer starken Verteidigung heraus gewannen die Feuervögel verdient mit 98:78 gegen am Ende genervte Oldenburger.

Trainerstimmen:


Ingo Freyer: „Wir waren heute 40 Minuten konzentriert. In der ersten Hälfte haben wir Oldenburg die Stärken weggenommen und kaum Dreier zugelassen. Vor der Pause haben wir allerdings leichte Layups ausgelassen, sonst wäre die erste Hälfte schon rund gewesen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Intensität und die Aggressivität hochgehalten. Sicherlich hat uns auch das Auswärtsspiel von Oldenburg in Zagreb am letzten Mittwoch ein wenig in die Karten gespielt. Ich freue mich, dass uns Nikita Khartchenkov, Ole Wendt und Henry Dugat heute sehr helfen konnten. Wir dürfen ein bisschen stolz sein.“

Sebastian Machowski: „Wie im Vorjahr haben wir in Hagen verloren. Doch im letzten Jahr konnten wir unser Defensivkonzept bis zum Ende durchhalten. Diesmal haben wir 98 Punkte zugelassen, damit ist es schwer zu gewinnen. Der Start ins dritte Viertel war völlig unakzeptabel. Wir haben uns mehr mit den Schiedsrichtern als mit dem Spiel beschäftigt, das will ich in Zukunft nicht mehr sehen. Hagen war defensiv einfach besser als wir. Die vielen Hagener Offensivrebounds, die eigenen Ballverluste – das lag an der Aggressivität von Phoenix. Aber auch daran, dass wir nach dem Spiel in Zagreb wohl mental nicht bereit genug waren, um hier zu gewinnen.“
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