Besonderes Konzert zum Jubiläum des Freundeskreises Kirchenmusik

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Haltern am See: Erlöserkirche Haltern |

Haltern. Der Freundeskreis Kirchenmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Haltern feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Eröffnet wird das kleine Jubiläum mit einem Konzert in der Halterner Erlöserkirche am Sonntag, 26. Oktober um 17 Uhr.

Es ist die Messvertonung von Gioacchino Rossini: „Petite Messe solennelle“ für vier Gesangssolisten, Chor, Klavier und Harmonium, uraufgeführt 1864 in Paris. Der Komponist hat genau diese ungewöhnliche Begleitung mit Klavier und Harmonium vorgeschrieben, um den Kontrast zwischen dem vollen, orchestergleichen Klang des Klaviers und dem feierlichen, Klang des Harmoniums herauszuarbeiten. Reizvoll zu hören.

Ebenso ungewöhnlich, ja ironisch ist Rossinis Formulierung „petite messe“, also kleine Messe. Denn es handelt sich durchaus nicht um ein kleines Werk, sondern um eine umfangreiche Komposition von 85 Minuten Dauer. Nicht nur die Länge dieses Werks, sondern auch die meisterlich gestalteten Harmonien und Tonfolgen rechtfertigen die Bezeichnung „messe solennelle“, also feierliche Messe.

Wie intensiv sich Rossini mit der Messliturgie auseinandergesetzt hat, zeigt sich daran, dass er ihm wichtig erscheinende Aussagen mehrfach wiederholt, wenn auch mit immer veränderter musikalischer Ausprägung. So unterstreicht er die Festigkeit des Glaubens dadurch, dass er 19mal den Satz „credo in unum deum“ hervorhebt - das heißt: Ich glaube an den einen Gott.

Natürlich wollte Rossini auch seine Fähigkeit zeigen, kunstvolle musikalische Fugen zu komponieren. Das ist ihm in beeindruckender Weise gelungen mit der 240 Takte umfassenden Fuge „Cum sancto spiritu“ und der fast ebenso ausführlichen Fuge „Et vitam venturi saeculi, amen“.

Diese feierliche Mess-Komposition ist ein Spätwerk Rossinis, das die tonkünstlerische Reife und Perfektion des Komponisten beweist. Dabei kann Rossini seine Herkunft aus dem Opernfach nicht verleugnen. Der Opernstil blitzt in seiner Messkomposition immer wieder auf. Er hat immerhin fast 40 Opern komponiert, von denen „der Barbier von Sevilla“ die wohl bekannteste ist. Bemerkenswert ist allerdings, dass Rossini seine Opern in relativ jungen Jahren komponierte und sich danach rund dreißig Jahre lang den Kochkünsten widmete und sich leiblichen Genüssen hingab. Erst danach hat er dieses großartige geistliche Spätwerk geschrieben.

Die Ausführenden des Konzerts sind: Dorothee Wohlgemuth, Sopran; Angela Froemer, Alt; Bohyeon Mun, Tenor und Gregor Finke, Bass.
Am Klavier: Desar Sulejmani und am Harmonium: Christoph Lahme.
Es singt der Halterner Kammerchor.
Die Gesamtleitung hat Claudius Stevens.

Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für den Freundeskreis Kirchenmusik gebeten.
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