Lokale Allianz für Menschen mit Demenz aus der Taufe gehoben

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Bürgermeister Michael Esken, Klaus Erdmann, Amtsleiter für Jugend, Familie, Senioren, Soziales, sowie Vertreter und Vertreterinnen des Netzwerkes Demenz stellten die neue Allianz zwischen Kommune und Verein vor.
Hemer: Rathaus |

Vor dem Hintergrund von etwa 1.200.000 an Demenz erkrankten Menschen in Deutschland (Tendenz steigend) hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr eine Allianz für Demenz ins Leben gerufen. Zentrales Ziel und gesellschaftliche Herausforderung war und ist es, ihre Lebensqualität möglichst lange zu erhalten und das soziale Umfeld, also vor allem ihre Angehörigen entsprechend zu stabilisieren und zu unterstützen.

„Menschen mit Demenz brauchen unsere Hilfe und unser Verständnis“, so Gudrun Gille, Vorsitzende des Hemeraner Netzwerkes Demenz, „da die meisten Erkrankten aber bei ihren Angehörigen und in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung leben, müssen auch diese unterstützt werden, um sie nicht zu überfordern.“
Um diesem wachsenden Bedarf auf Dauer gerecht zu werden, sind daher funktionierende soziale Netzwerke auch außerhalb der Familie notwendig. „Dabei ist ein offener und angstfreier Umgang mit den Demenzerkrankten und einem verbesserten Wissen über die Krankheit an sich enorm wichtig. „Wir stehen vor dem ganz großen Problem, dass wir meistens überhaupt nicht an die Bedürftigen herankommen, sei es aus falscher Scham der Angehörigen oder aber auch durch die persönliche Verdrängung der Krankheit“, erläutert Gudrun Gille.
Und genau an diesem Punkt soll jetzt die „lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ in Hemer ansetzen. Der Verein Netzwerk Demenz Hemer hat sich gemeinsam mit der Stadt Hemer für dieses Förderprogramm beworben und und wie rund 50 weitere Projekte in ganz Deutschland ausgewählt. Der Förderzeitraum der insgesamt 12.000 Euro (davon 2.000 Euro Eigenanteil, den der Verein selbst finanzieren muss) erstreckt sich auf zwei Jahre. „Wir wollen mit den zusätzlichen Mitteln versuchen, dass es zukünftig in Hemer selbstverständlich wird, dass Menschen mit einer Demenzerkrankung sich genauso sicher bewegen und angenommen fühlen können, wie z. B. Menschen mit einem Rollator oder Rollstuhl,“ erläutert Gudrun Gille den Leitgedanken, „sie sollen auf der Straße, beim Friseur, beim Metzger oder beim Bäcker, in den Veranstaltungen der Kirchengemeinde, ihres Vereins, in der Bank oder Post verständnisvolle Hemeraner finden, die sie unterstützen und ihnen helfen.“
Apropos Helfen: Wer den kleinen ehrenamtlichen Verein ganz konkret bei seiner Arbeit unterstützen möchte, kann sich entweder selbst ehrenamtlich engagieren (weitere Infos unter netzwerk-demenz-hemer.de) oder bei der Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden, BLZ: 445 512 10, Konto: 119 5395 dessen wertvolle Arbeit finanziell unterstützen.

Die Ziele der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz

> Ausbau von Entlastungsangeboten (Ausbau des häuslichen Besuchsdienstes und der Selbsthilfegruppen)

> Förderung der Zusammenarbeit (gemeinsame Verbesserung mit professionellen Diensten (Pflegedienste, Ärzte, Krankenhäuser)

> Information und Beratung (u.a. Ausbau der Internetpräsenz , Hinweis auf Beratungsangebote von Stadt Hemer und MK)

> Weiterentwicklung eines wertschätzenden gesellschaftlichen und sozialen Umfeldes (Hilfen für Mitarbeiter in Behörden, Einzelhandel, ÖPNV zum Umgang mit Demenzerkrankten)

> Aufbau von stadtteil-/ortsteilbezogenen Unterstützungs-/ u. Hilfeangeboten (gemeinsam mit Akteuren aus Vereinen, Kirchen, Familienzentren und Politik)

> Vorstellung von neuen Wohnformen für Demenzerkrankte (z. B. Wohngemeinschaften, Tagespflege oder „Pflege-Oasen“)

> Bewegungsförderung (Info- und Mitmachveranstaltungen, um insb. Risiko der vaskulären Demenz zu mindern)

> Entwicklung von Entlastungsformen im Sterbeprozess von Erkrankten und deren Familien (in Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizkreis Hemer
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