Die Kunst des Weglassens: Christian Kuck, Fotograf

Anzeige
Christian Kuck ausnahmsweise einmal selbst vor der Kamera, mit Selbstauslöser fotografiert. (Foto: Christian Kuck)
Mit 16 hat er noch sein Skateboard in Herten über den Asphalt gejagt, nur ein Jahr später packte Christian Kuck eine Leidenschaft, die er längst zu seinem Beruf gemacht hat: Fotografieren.
„Nachdem ich zum ersten Mal die alte Spiegelreflexkamera meines Vaters in die Hände bekommen hatte, hat mich die Fotografie bis heute nicht mehr losgelassen.“ Die ersten Internationalen Fototage in Herten festigten seinen Entschluss, die Fotografie zum Beruf zu machen.


Geschichten erzählen mit Bildern

Heute, mit 37, arbeitet er seit fünf Jahren selbständig. An der Fachhochschule in Dortmund hat er sein Studium mit Diplom abgeschlossen. Sein Professor, Adolf Clemens, verstand Bildung als Persönlichkeitsentwicklung und gab ihm und seinen Kommilitonen viel Freiraum zur eigenen Entwicklung, wie Kuck betont.
Bis zum Diplom-Fotodesigner war‘s ein weiter Weg. Kaum hatte Christian angefangen zu fotografieren, verdiente er sich als Schüler - und später als Student - als freier Mitarbeiter bei den lokalen Tageszeitungen sein Geld. „Mir haben sehr viele nette Menschen dabei geholfen, meinen Traum zu verwirklichen. Wenn ich nur an die vielen Stunden im Labor des Jugendzentrums Nord denke, wo ich meine ersten Schwarz-Weiß-Abzüge machen und vergrößern durfte...“


Das Besondere im Alltäglichen sehen

Das Studium Fotodesign ist nicht einfach. „Es gab damals nur wenig Plätze. Von über 1.000 Bewerbern - das ist nur von mir geschätzt - wurden höchstens 100 genommen, und von denen schaffen es nicht alle.“

Christian Kuck hat‘s geschafft. Heute kann er von seinem Traumjob leben, und das als Freiberufler. Der 37-Jährige übernimmt Aufträge aus der Wirtschaft, aber auch aus kulturellen und sozialen Bereichen. Er hat das Hertener Stadtjubiläum begleitet, und er portraitiert Geschäftsleute und Unternehmen.

"Das Kreative will sehr gut vorbereitet sein." Christian Kuck

Viele Themen reizen ihn, aber vor allem Menschen. Sehr sehenswert ist seine einfühlsame und dabei gänzlich kitschfreie Reportage über das Freiwillige Soziale Jahr von Alina Meyring in der Hausgemeinschaft St. Barbara.

Sehr beeindruckt hat Christian Kuck zudem die Arbeit in einem ungarischen Heim, in dem autistische Kinder betreut werden. Seine Recherchen führten zu Bildern, die unter die Haut gehen und Autismus verstehbarer machen: Hut ab vor dieser Leistung.

Auf die Bitte, sich selbst zu beschreiben, nennt Christian Kuck Eigenschaften wie „direkt, einfach, natürlich“. Kein Wunder, Schnickschnack, Schnörkel oder sonstige Übertreibungen sind nicht sein Ding. Der Hertener sieht im Alltäglichen das Besondere und erklärt: „Ich liebe das Lokale.“ Darum bleibt er seiner Heimatstadt treu verbunden und will hier seinen Lebensmittelpunkt behalten. Wenn man seine Bilder von Bikern auf dem „Zauberberg“ sieht, hat man eine Ahnung, warum: „Herten ist schön.“

Infos zu Christian Kuck, seinen Fotoreportagen und Ausstellunge im Internet:
http://kuck.info/
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.