Erinnerungen an die Patenschaft: Bloomfield unterstützte Kamen ab 1948

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Die erste Lieferung von Care-Paketen trifft ein. (Foto: Stadtarchiv Kamen)
Kamen: City |

Die Partnerschaft oder besser Patenschaft zwischen Bloomfield in Nebraska und Kamen vor bald 70 Jahren beschäftigt Rolf Lepke derzeit sehr. Der Kamener hofft auf mehr Erinnerung an die damalige Unterstützung durch die US-amerikanische Kleinstadt.

„Mir ist aufgefallen, dass am Ortseingang zum Beispiel ein Schild mit den Partnerstädten Kamens steht. Auf den Ort Bloomfield wird aber kaum hingewiesen, außer bei den Straßenschildern selbst“, bedauert Lepke. „Ich finde es etwas schade, dass im Gegensatz zu den aktuellen Partnerstädten eine Stadt, die uns vor bald 70 Jahren aus der Patsche geholfen hat, wenig Erwähnung findet“, sagt der ehemalige Kaufmann Lepke, der nach 30 Jahren „Abwesenheit“ seit einiger Zeit wieder in Kamen lebt. Zwei Straßen an der Lüner Höhe mit Namen „Claude-Canaday-Straße“ und „Bloomfield-Straße“ zeigen, dass die Unterstützung der amerikanischen „Paten“ nicht ganz vergessen ist. An den Schildern befinden sich Erläuterungen. In diversen Veröffentlichungen wird zudem die Geschichte der Patenschaft erläutert, unter anderem durch Jürgen Dupke vom Stadtarchiv.
1990 feierte Bloomfield seinen 100. Geburtstag. Dazu hat auch Kamen gratuliert. Es erschien auch eine Festschrift, die im Kamener Stadtarchiv aufbewahrt wird. Am 16. Juli 2009 besuchte Bloomfields Bürgermeister Leroy Cordes Kamen. Er übergab seinem Amtskollegen Hermann Hupe eine Plakette über die Patenschaft. Diese Plakette wird im Kamener Stadtarchiv aufbewahrt. 2015 gratulierte Hupe Bloomfield zum 125-jährigen Bestehen des Ortes.
Irgendwann im Laufe der Jahrzehnte gab es eine Ausstellung zu der Patenschaft. Es sind sehr viele Unterlagen und Zeitungsausschnitte erhalten, aber auch persönliche Briefe. Von diesen wurden wohl irgendwann so viele nach Nebraska geschickt, dass es in Kamen sogar einen Erlass gab, dass kein Bürger mehr „Bettelbriefe“ nach Bloomfield schicken solle. Es wurde aber nicht nur um Geld oder Waren gebeten: Ein Kamener wünschte sich eine Brieffreundschaft mit einem Einwohner Bloomfields.
„Jetzt wo es uns gut geht, könnten wir ja auch mal an Bloomfield denken“, findet Lepke. „Ich fände es beispielsweise schön, wenn die Kamener für die US-Stadt spenden würden, zum Beispiel für die über 65-Jährigen. Ein Drittel dieser Altersgruppe, deren Eltern uns in der größten Not geholfen haben, lebt unter der Armutsgrenze.“
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