Psychologie- und Mathematikstudentin Tiana Tilgner beim Hospizkreis Menden

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Tiana Tilgner

Im vergangenen Montagstreff ging es um die Frage: Wie schaffen es Hospizmitarbeiter mit der häufigen Konfrontation von Sterben und Tod sowie mit den damit verbundenen Belastungen umzugehen?
Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit versuchte Tiana Tilgner diese Frage in Form einer empirischen Untersuchung zu beantworten. Sie interviewte 22 Personen (12 ´Ehrenamtler` und 10 hauptamtlich Tätige) im Alter zwischen 33 und 80 Jahren. Die Fragen hat die Studentin in drei Aspekte aufgeteilt: Was motiviert Hospizmitarbeiter Sterbende begleiten zu wollen, welchen Belastungen sind sie ausgesetzt und welche Bewältigungsmöglichkeiten haben sie?
Einer der meist genannten Gründe für Sterbebegleitung war die Erfahrung, dass in Krankenhaus und Altenheim zu wenig Zeit bleibt für Begleitung am Lebensende. Das wollten die Hospizmitarbeiter positiv verändern. Eine zweite Erfahrung, nämlich die Begleitung eines Familienmitglieds in der Sterbephase, mündete in den Wunsch als Hospizmitarbeiter sicherer im Umgang mit dem eigenen Tod sowie in der Begleitung anderer zu werden. Den Motivationsgrund die Sterbebegleitung in Krankenhaus und Altersheim positiv verändern zu wollen gaben alle hauptamtlich Tätigen an jedoch nur 25% der Ehrenamtlichen. Umgekehrt gaben die Hälfte der befragten Ehrenamtler die familiären Erfahrungen an, jedoch nur 10% der beruflich Tätigen. Was hält die Motivation aufrecht die hospizliche Tätigkeit nach einigen Jahren immer noch weiter fortzuführen? Diese Aufgabe wird insgesamt als bereichernd und sinnstiftend empfunden. Sie ermöglicht soziale Kontakte und die Möglichkeit das Thema Tod in die Gesellschaft zu holen. Außerdem kann für Ehrenamtliche die hospizliche Tätigkeit Vorbereitung auf den eigenen Sterbeprozess sein. Eine etwas andere Gewichtung der Gründe war bei den hauptamtlich Tätigen festzustellen. Sie fühlten sich durch eine befriedigend erlebte Pflege, die wiederum eine bessere Arbeitsatmosphäre zur Folge hatte und durch die erlebte Dankbarkeit der stationären Gäste motiviert.
Beide Interviewgruppen gaben an durch ihre hospizliche Tätigkeit nicht sehr belastet zu sein, die stationären Hospizmitarbeiter jedoch mehr als die ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Nicht der Tod an sich werde von den Befragten als Belastung angesehen sondern Faktoren die direkt oder indirekt mit dem Tod zusammenhängen. Auch hier gibt es Unterschiede im Empfinden als Belastung. Die hauptamtlich Tätigen fühlen sich belastet bei Sterbenden mit jungen Kindern, durch eine unzureichende Symptomkontrolle, bei einer besonderen Nähe zum Sterbenden und bei der Trauerarbeit mit den Angehörigen. Die Ehrenamtlichen empfinden als Belastung wenn Sterbende oder Angehörige den nahenden Tod nicht akzeptieren können oder wenn sie den Sterbebegleiter ablehnen.
Was ist hilfreich im Umgang mit den Belastungen wurde von den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Sterbebegleitern unterschiedlich beantwortet: Ehrenamtliche fühlen sich am meisten entlastet durch Gespräche mit der Familie oder den Freunden, durch Supervision, durch den Glauben und durch Tagesreflexion. Für die angestellten Hospizmitarbeiter sind Sport, das Team, die Gespräche mit der Familie oder den Freunden und die Gesellschaft nahestehender Menschen eine Hilfe in der Bewältigung ihrer Belastungen. Bei den institutionellen Bewältigungsmöglichkeiten wurde von beiden Gruppen das Team und der zur Verfügung stehende Seelsorger als hilfreich erachtet. Die Supervision als Hilfe wurde von den hauptamtlichen Sterbebegleitern als gering eingestuft. Die Ehrenamtlichen dagegen empfanden sie als große Hilfe ebenso die angebotenen Fortbildungen.
Nach dem Vortrag formulierte eine Besucherin des Montagstreffs folgende Feststellung: Dass sich angestellte Hospizmitarbeiter mehr belastet fühlen als Ehrenamtliche könnte damit zusammenhängen, dass letztere die Möglichkeit haben auszusteigen, wenn sie mit der Hospizarbeit nicht klarkommen. Für hauptamtliche Hospizmitarbeiter ist dieser Schritt sehr viel schwieriger.
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