KKV kritisiert IT-Unternehmen: Social Freezing missachtet die Natur dem Menschen

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Kinder sind keine Manövriermasse für Personalpolitik


„Es ist schon erschreckend, auf welche Ideen Manager bei Facebook und Apple kommen, nur um zu erreichen, dass Frauen ihren Kinderwunsch hinausschieben, um so ihren Unternehmen möglichst lange erhalten zu bleiben. Hier steht nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt, sondern die Wirtschaft wird zum Maß aller Dinge gemacht.“ Mit diesen Worten kritisiert Bernd-M. Wehner, Monheimer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, das Angebot der beiden US-amerikanischen Großkonzerne das Einfrieren von Eizellen („Social Freezing“) ihren Mitarbeiterinnen zu zahlen, damit diese möglichst spät ihre Kinder kriegen. Einmal abgesehen davon, dass man die biologische Uhr nicht beliebig nach hinten drehen könne, stelle sich auch die Frage, ob Kinder noch als Geschenk gesehen werden oder nur noch als beliebiger Faktor einer rein kommerziell ausgerichteten Firmenpolitik. „Hier zeigt sich auch“, so Wehner weiter, „wie schnell moralische Bedenken beiseite geschoben werden, wenn sie der Wirtschaft nicht genehm sind.“

Gleichzeitig gewinne das Thema des derzeitigen KKV-Aufsatzwettbewerbs, der unter dem Motto „Bioethische Grenzen der Forschung – darf der Mensch alles was er kann?“ ausgeschrieben ist, eine besondere Bedeutung. Der Wettbewerb soll junge Menschen motivieren, sich mit diesem wichtigen und aktuellen Thema auseinanderzusetzen. Mehr dazu findet man auf der Homepage des KKV – www.kkv-bund.de.

Im Übrigen sei es immer wieder erstaunlich, wie man sich einerseits im Bereich des Umweltschutzes dafür einsetze, dass die Gesetze der Natur beachtet würden, im Bereich des menschlichen Lebens diese Überlegungen aber offenbar gar keine Rolle spielten. Zu Recht habe der emeritierte Papst Benedikt XVI. am 22. September 2011 vor dem Deutschen Bundestag darauf hingewiesen und gesagt: „Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur hört, sie achtet und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.“

Der KKV fordert deshalb ein gesellschaftliches Umdenken und greift einen Gedanken von Prof. Paul Kirchhof auf, nämlich die Entscheidung für eine Familie um zehn Jahre vorzuverlagern. Da derzeit viele Menschen erst deutlich nach Vollendung des 30. Lebensjahres die Frage einer Familiengründung erwögen, könnte sich, nach einem schulischen Abschluss, auch dem im Gymnasium, eine Phase der Berufsqualifikation, einschließlich auch eines Hochschulabschlusses, von etwa fünf Jahren anschließen. Danach, also im Alter von 22 bis 25 Jahren, könnten die jungen Menschen ihre Freiheit zur Familie, zum Kind wahrnehmen. Bei der Bewerbung um Arbeitsstellen sollten sie dann von Rechts wegen vorrangig berücksichtigt werden, weil sie eine Doppelleistung - die familiäre und die berufliche - erbringen. Die Eltern hätten für die Kindererziehung dank ihrer Jugend mehr Elan, Nervenkraft und Erziehungsfreude. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau gerade für Führungspositionen würde verbessert, wenn diese Positionen im Alter zwischen 40 und 50 erreicht werden und die Eltern - damit auch die Mutter – dann aber die Kernphase ihrer Erziehungsaufgabe bereits hinter sich gelassen haben.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 90 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.
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