Motto: „Zusammenhalt“

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Ein F-Jugend Team der Rot-Weißen aus Erkenschwick durfte sich kürzlich über einen Trikotsatz des Sponsors CEWE-FOTOBUCH freuen.
 
Erich Klinge gehört zu der Sorte Mensch, ohne die es jeder Verein schwer hat: freundlich, hilfsbereit, immer da, wenn man ihn braucht
Oer-Erkenschwick: Sportplatz Honermannsiedlung |

Interview mit Erich Klinge, seines Zeichens Kassierer des SV Rot-Weiß Erkenschwick

Erich Klinge, Kassierer des rot-weißen Klubs aus der Honermann-Siedlung, hatte schon einmal weniger Falten im Gesicht, wenn er in seine Bücher blickte. Für die Vereine auf der Ebene des Breitensports wird es fortwährend schwieriger, die Finanzen in Waage zu halten. Wir trafen uns mit ihm im Vereinsheim am Mühlenweg.

„Herr Klinge, wie geht es Ihnen?“

„Gut, danke der Nachfrage. Vermutlich zielt Ihre Frage mehr auf Rot-Weiß Erkenschwick ab (lächelt). Dazu kann ich sagen, dass es unserem Klub gut geht. Wir sind personell bestens aufgestellt und arbeiten Hand in Hand, unser neuer Trainer der 1. Mannschaft, Andreas Albersmann, ist bei uns und speziell bei den Spielern gut angekommen, 1. und 2. Mannschaft hatten einen sehr guten Saisonstart und im Jugendbereich konnten wir 9 Teams melden, davon 6 für den Meisterschaftsbetrieb.“

„Das ist schön, zu hören. Die Frage zielte mehr in den Bereich der Finanzen.“

„Ach so. Damit hatte ich nicht gerechnet (lacht). Finanzen sind ein schwieriges Thema, das wird vielen anderen Clubs ähnlich gehen. Da wir schon immer nach der Devise gehandelt haben, nur den Euro auszugeben, den wir auch in der Kasse haben, kann ich nicht sagen, dass es uns hier schlecht geht. Aber es wird stetig schwieriger und aufwändiger, das Geld so zusammenzuhalten, dass wir am Ende des Jahres eine schwarze Null zu schreiben. Was unsere Mitgliederzahl angeht, sind wir sehr zufrieden. Wir haben deutlich über 300 Mitglieder mit leicht steigender Tendenz. Für einen Ein-Sparten-Verein in geographisch „einsamer“ Lage sind wir damit hoch zufrieden und sehen das als Beweis für die gute Arbeit und die familiäre Atmosphäre, die bei uns herrscht und auf die wir großen Wert legen.
Doch nur die Beiträge der Mitglieder reichen leider lange nicht aus, um unseren Finanzbedarf zu decken. Die Kosten und Abgaben steigen permanent, als Beispiel seien die Gebühren der Schiedsrichter-Abgabe genannt. Auch in unserem Fußballkreis gibt es zu wenige Schiedsrichter. Um den Druck auf die Vereine, mehr Schiedsrichter zu melden, zu steigern, wurde die entsprechende Abgabe mehrfach erhöht. Rot-Weiß Erkenschwick zum Beispiel hat 3 Seniorenteams und eine A- sowie eine B-Jugend in der Kreisliga. Entsprechend müssten wir als Verein 5 Schiedsrichter stellen. Tatsächlich haben wir leider nur 2 Schiris und so müssen wir jährlich fast 1.200 Euro an den Verband zahlen, weil uns 3 Schiris fehlen. Ganz wenige Vereine bekommen sogar Geld vom Verband, weil sie die SR-Quote mehr als erfüllen, aber dem Gros der Vereine geht es wie uns. Und spielt ein Verein höherklassig, steigen die Abgaben. Ich kann verstehen, dass der Verband unter anderem auf diesem Weg versucht, die Bemühungen der Vereine zu steigern, SR zu melden. Wir fragen regelmäßig bei unseren jungen Leuten nach, doch leider winken die ab. Die Spesen, die ein SR bekommt, sind sehr gering. Und auch, wenn SR umsonst ins Bundesliga-Stadion dürfen, wenn sie selbst nicht pfeifen – der leider oft rauhe Ton auf den Fußballplätzen sorgt dafür, dass bei der Frage meistens abgewunken wird.
Auch bekommen weder die Spieler unserer 1. Mannschaft noch unsere Trainer eine Aufwandsentschädigung, aber nur mit den Mitgliederbeiträgen können wir unseren finanziellen Verpflichtungen leider nicht nachkommen. Zusätzliche Einnahmen generieren wir durch Bandenwerbung, doch es ist heute schwer, neue Partner/Sponsoren zu finden, wenn einmal einer wegbricht. Darum sind wir stets auf der Suche nach Möglichkeiten, zusätzliche Einnahmen zu generieren. So haben wir kürzlich erfolgreich an Aktionen der Sparkasse Vest und von CEWE-Fotobuch teilgenommen und auch Veranstaltungen wie der Honermann-Cup (Jugendturnier, Anmerkung der Redaktion), die nur dank der Hilfe und der Spenden der Elternschaft, kurz, des Zusammenhalts im Verein, funktionieren, bedeuten zusätzliche Einnahmen.
Aktuell findet bei EDEKA Zierles eine schöne Spendenaktion statt, von der auch unser Verein hoffentlich profitieren wird. Die Kunden erhalten dort an der Kasse umsatzabhängig Coins, die sie im Anschluss in Röhrchen einwerfen können. Jedes von den 52 Röhrchen steht für einen Verein oder eine Institution (Kita, Schule..), da ist sicher für jeden EDEKA-Kunden das richtige dabei. Und natürlich freuen wir uns über jeden Coin, der für Rot-Weiß Erkenschwick eingeworfen wird. Marc Zierles und sein Team hatten damit eine tolle Idee.
Und dennoch. Trotz des tollen Engagements unserer Ehrenamtlichen ist es uns nicht möglich, größere Rücklagen zu bilden, um im Falle eines Falles gewappnet zu sein. Was wir dann machen, wenn beispielsweise für unser Vereinsheim eine größere Investition notwendig wird, bleibt leider offen.“
Wir danken Herrn Klinge für das Gespräch und den leckeren Kaffee im Vereinsheim am Mühlenweg.
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