Nähcafé: Diakonie-Projekt in Flüchtlingsunterkunft kommt an

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Lebhaftes Miteinander: Nana, Hanna, Khadiga und Gudrun Becker, Asma, Marwa und Ike Fleuter.
 
Schneiderin Nana aus Georgien gibt ihre Kenntnisse gern an Agrar-Ingenieurin Hanna aus Syrien weiter, Schneiderin Kathiga bügelt unterdessen.

Fein gearbeitete Blusen, kreativ gestaltete Jacken und putzige Kinderkleidung - es ist einfach unglaublich, was flinke Frauenhände im Diakonie Nähcafé in Recklinghausen so zustande bringen.

Einmal wöchentlich treffen sich hier in den Räumen der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt syrische, georgische und deutsche Frauen, um gemeinsam zu nähen, zu stricken und sich miteinander zu unterhalten. Unterstützt werden sie von Ike Fleuter und Gudrun Becker. Die ausgebildete Textilgestaltungslehrerin und die Hobbyschneiderin haben Freude daran, mit Tipps und Kniffen den jungen Frauen ehrenamtlich zur Seite zu stehen. Für die jungen Flüchtlingsfrauen bietet das Nähcafé fast die einzige Möglichkeit, sich in der großen Flüchtlingsunterkunft am Elper Weg in Ruhe kennenzulernen und sich gegenseitig auszutauschen.
„Die meisten der Frauen und ihre Familien sind seit ungefähr einem Jahr hier in Deutschland. Fast alle haben einen Asylantrag gestellt, doch bis dieser positiv beschieden wird, kann es noch lange dauern“, berichtet Johannes Schildknecht, Leiter der Unterkunft. „Doch solange ihr Asylantrag noch nicht anerkannt ist, haben sie weder Anspruch auf einen offiziellen Deutschkursus, noch dürfen sie einer Arbeit nachgehen.“
Die meisten der fleißigen Näherinnen haben inzwischen einen ehrenamtlich geleiteten Deutschkurs besucht und für sich das Nähen als Hobby entdeckt. Zwei der Flüchtlingsfrauen, Nana aus Georgien und Kathiga aus Syrien, sind sogar ausgebildete Schneiderinnen. „Von ihnen können wir selbst noch viel lernen“, schwärmen Ike Fleuter und Gudrun Becker.
Bei Kaffee und selbstgebackenem Gebäck haben sich die Nähstunden zu einem beliebten Treffpunkt der Frauen entwickelt. „Anfangs nähten sie still vor sich hin, bis sich eine der jungen Frauen traute, uns zu fragen, ob sie auch untereinander arabisch sprechen dürften“, erzählt Ike Fleuter. „Aber selbstverständlich!“ war unsere Antwort. „Die Frauen sollen sich doch hier wohlfühlen und untereinander Kontakte knüpfen.“
Die deutsche Sprache schleicht sich von selbst ein, denn Verstehen können die Frauen schon sehr viel. Fast alle sind junge Mütter. Sie haben Kinder im Alter von zehn Monaten bis zu acht Jahren. Gerne würden sie einer Arbeit nachgehen, ihr eigenes Geld verdienen.

Dank an den Basarkreis der Christuskirche


So wie die beiden Schneiderinnen Nana (29) und Khadija (32). Hanna (27) ist sogar Agrar-Ingenieurin, ihr Mann ist Lehrer. „Wir beide möchten so schnell richtig Deutsch lernen und Arbeit finden, möglichst in unseren Berufen“, erzählt die junge Mutter in gut verständlichem Deutsch. Doch bis es soweit ist, genießt sie es, einmal wöchentlich im Nähcafé Kontakte zu knüpfen, ebenso wie ihre syrischen Landsfrauen Asma (35) und Marwa (27). Sie alle sind dankbar für die Hilfe und alle bisherigen Stoffspenden.
Ein ganz großes Dankeschön richten sie an den Basarkreis der Christuskirche der Altstadtgemeinde. „Die Spende des Basarkreises hat es uns ermöglicht, sechs Nähmaschinen anzuschaffen, diese sind jetzt im Dauereinsatz“, bedankt sich Ike Fleuter im Namen der Frauen. Nach weiteren Hilfen gefragt, sagt sie: „Es wäre wunderbar, wenn wir auch Geldspenden erhielten, damit sich die Frauen auch einmal Stoffe nach ihrem eigenen Geschmack aussuchen könnten.“ Daraus, so sind sich die ehrenamtlichen Helferinnen sicher, entstünden wieder die unglaublichsten Kleidungsstücke für alle Familienmitglieder.
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