Singen "Nonnen" unter der Dusche? Die "Schwestern" Kristina und Venessa verraten es

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Fotos: T. Eickholt
  Gegen diese „Himmels-Schwestern“ ist Justin Biber 'ne Schlaftablette: Beim Chor -Workshop im Metronom Theater Oberhausen heizten zwei Darstellerinnen des Musicals „Sister Act“ 90 Schülern der August-Everding-Realschule und des Vestischen Gymnasiums ganz schön ein.

Die „Nonne“ springt wie ein Flummi umher, dass die Röcke fliegen. Energisch schwingt „Ordensfrau“ Vanessa Wilcek die Kordel ihrer Kutte: „Jetzt möcht‘ ich, dass ihr euch dazu bewegt“, fordert das Ensemble-Mitglied aus „Sister Act“ die erstaunte Schülerschar auf. Wie die Jugendlichen später beim Löcher-in-den-Bauch-Fragen erfahren werden, ist die quirlige junge Frau ihres Zeichens „Assistant Dance Captain“ und eine sogenannter „Swing-Besetzung“ bei der Produktion. Sie kann in dem Musical mehrere Rollen singen und spielen: die der Michelle und der Tina.

"Ihr müsst viel mehr Gas geben!"



Nach einer Aufwärm-Einheit mit Arme-Beine-Schütteln im Blitztempo folgt für die Schüler ein Intermezzo auf Englisch. Ohne Englischkenntnisse käme man als Musical-Darsteller nicht weit, werden die „Schwestern“ am Ende verraten. „Bis acht zählen und dann immer die letzte Zahl weglassen, verstanden?“ lautet der „Befehl“ von „Schwester“ Kristina Love, die den Cover-Part von Deloris, der Hauptfigur im Muscial, versieht. „Ihr müsst viel mehr Gas geben, könnt ihr das Ganze ein bischen schneller und lauter?“, ruft die sympatische junge Frau mit texanischen Wurzeln die Schüler. Und wie diese das können! Anschließend fordern die „Schwestern“ die jungen Leute auf, ihren gesamten Körper zur Unterstützung hinzu zu nehmen - und das Ganze mit einem Lächeln zu garnieren. Verblüffend: Das Aufwärmlied von der Sonne der Realschüler kommt mit diesen „Tricks“ direkt „lauter, schwungvoller und freundlicher“ (O-Ton der der Gymnasiasten) rüber. Und was sagen die „himmlischen Damen“? „Ihr müsst ein bischen mehr Spaß zeigen, Singen macht Spaß“, bringt es Kristina Love auf den Punkt, was man ihr aufs Wort glaubt. „Ich habe noch ein paar ernste Gesichter und verschränkte Arme gesehen“, ertönt die Stimme von „Schwester“ Vanessa. Mit „Wenn Justin Bieber so auf der Bühne stehen würde...“ fordert die junge Frau die Jungen und Mädchen heraus, eine lockerere, entspanntere Köperhaltung beim Singen einzunehmen. Jetzt sind die Gymnasiasten wieder dran. „Zu unsicher, zu leise und nicht überzeugt genug“, lautet die Einschätzung der Sister-Act-Darstellerinnen. „Beim Singen ist es wichtig, ein Bild im Kopf zu haben, wie von der Mamma oder der besten Freundin“ verrät Kristina den Schülern ihr Geheimrezept und fährt fort: „Es ist nicht nur ein Lied, sondern ein Geschenk.“

Außerdem sei es hilfreich, zu wissen, was der Text überhaupt bedeute und diesen nicht einfach „herunter zu singen“, erfahren die jungen Sänger. Bei der anschließenden Performance sieht und hört man die verblüffende Veränderung. „Ich habe hier schon Gesichter gesehen, wo Geschichten rauskommen“, freut sich „Schwester“ Kristina wie ein Schneekönig. „Jetzt wollen wir hören, wie ihr ‚unser‘ Lied singt“, sagt Vanessa. Nachdem auch das zischende Pf absolut perfekt sitzt, schmettert es 90fach, laut und mit ganz viel Gefühl: „Pfeif auf deine Schwächen.“ Und falls ein Text mal „flöten“ gehen sollte, verraten die Profis einen guten Trick zum Schluss: „Einfach ‚lalala‘ singen, dass wir die Energie behalten.“

Bei der finalen „Löcherrunde“ geht es um Lieblingslieder, das Singen unter der Dusche (nein, die Nonnen-Darstellerinnen tun's nicht, sondern hören eher Radio oder Spotify, wie sie verraten), und natürlich erzählen die „Schwestern“ gern, warum und wie sie Musical-Stars wurden. Und heiser würde man übrigens als Sänger mit richtiger Technik und Körpereinsatz sowieso niemals werden. Am Ende schaut man bei den jungen Leute in begeisterte Gesichter. „Ich fand den Workshop sehr gut“, sagt die 17-jährige Gymnasiastin Sophia Rohloff und fügt hinzu: „Wir bekamen sehr gute Tips, wie man die Singtechnik verbessern kann und und überzeugender wirken kann“, freut sich die Schülerin. Einer der wenigen Jungs beim Workshop, Finn Dilan aus der 6c am Vestischen Gymnasium, zeigt sich auch sehr begeistert: „Ich fand es sehr gut, wir haben in dieser kurzen Zeit sehr viel gelernt, auch wie man sich am besten bewegt“, erzählt der Schüler aus Bottrop.

Und dann wird‘s Zeit für die „singing sisters“: die schweren Nonnen-Hauben drücken (eines ihrer Kostüme bringt neun Kilo auf die Waage), vor der nächsten Vorstellung ist ordentlich „Futtern“ und Ausruhen angesagt und außerdem muss Vanessa noch auf „alt“ geschminkt werden. Alles zückt die Handies: Halt, da war doch noch das Selfy mit den Nonnen...

Info:

Die Chöre, die in den vergangenen vier Wochen an einem der Chor-Workshops im Metronom Theater teilgenommen haben, waren vorab aufgerufen, einen Song aus der Show vorzubereiten. Bis zum 10. Dezember werden insgesamt 18 Chöre an einem Workshop teilgenommen haben. Die Aktion ging aus dem diesjährigen SING-Day of Song hervor.
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