Gesamtschüler berichten aus Auschwitz (Oświęcim)

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Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule berichten hier bis Mittwoch täglich von Ihren Eindrücken auf der viertägigen Gedenkstättenfahrt ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Lesen sie heute:

Ein Teil deutscher Geschichte, Tag 2 (Sonntag, 24.11.13)

Wir kommen vor dem Tor an, durch das zahlreiche Züge mit Häftlingen aus ganz Europa fuhren.
Das Gelände ist sogar vom Turm aus nicht zu überblicken (140 Hektar = 280 Fußballfelder). Man kann verschiedene abgezäunte Gebiete erkennen. Wir erfahren, dass es ein Quarantänelager, ein Männerlager, ein Frauenlager, ein Familienlager für Juden aus dem Ghetto von Theresienstadt und ein Krankenlager gab.
Aber nicht alle kamen in ein Lager. Mit einer einfachen Daumenbewegung entschied ein SS-Offizier an der Rampe über Leben oder Tod, eine sehr beklemmende Situation für uns, unsere Klassenkameradin mit einer Fußverletzung würden wir zum letzten Mal sehen. Als sechzehnjährige würden die anderen Schüler und Schülerinnen in ein Lager gesteckt werden.
Wie lange hätten sie wohl überlebt?
In einer Kinderbaracke erfahren wir, dass auf einer Fläche von 2m mal 2m oft 8 Kinder schliefen.
Sie lagen in drei Etagen übereinander, Neuankömmlinge bekamen die unteren Betten direkt auf dem Boden. Wir stellen uns vor, dass die Kinder von ihren Eltern getrennt wurden. Die Kinder kratzten den Mörtel aus den Fugen, nahmen den Stein heraus, um ihre Mütter sehen zu können. Einige von uns verlassen die Baracke vorzeitig.
Als wir im Hinterhof des Krematorium 3 ankommen, begegnen wir einer israelische Gruppe. Sie beten vor dem Teich, in den die Asche von Opfern, die zuvor im Krematorium verbrannt worden waren, geschüttet worden ist.
Wir besuchen zuletzt die sogenannte "Sauna",in der die Häftlinge die letzten persönlichen Dingen abgeben mussten.
Der Weg zurück zum Eingang führte 600m holprig zwischen zwei Stacheldrahtzäunen, die das Männerlager und das Familienlager voneinander getrennt hatten.
Am Nachmittag besuchen wir im Stammlager die israelische Ausstellung gemeinsam. Zunächst sehen wir glückliche und fröhliche Menschen in verschiedenen Ländern, ein Stockwerk höher erschallen die Stimmen von Hitler, Goebbels, Göring, Streicher und weiteren Anführern der Nazis. Tausende, auch kleine Kinder in Uniform, jubeln ihnen zu. Welch ein Unterschied!
An einer weißen Wand sehen wir Zeichnungen von Kindern, die das gemalt haben, was sie gesehen haben: getötete Menschen, Herzen mit nach Liebe sehnenden Texten, ein Gedicht, das nicht vollendet wurde in deutscher Sprache.

Geschrieben von Durmaz, Franziska, Robin L. und Robin N.

Die Reisegruppe vor der Unterkunft
Autor:

Uwe Pfromm aus Castrop-Rauxel

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