Mit dem Blick von außen

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René Franken ist der neue Leiter der Familienbildungsstätte Datteln. Foto: Michaela Kiepe/Bistum Münster (Foto: Foto: Michaela Kiepe/Bistum Münster)

„Ich habe mich beruflich immer schon breit aufgestellt und bin an vielen Themen interessiert. Ich mag die Herausforderung“, sagt René Franken. Der 43-Jährige leitet seit diesem Monat die Familienbildungsstätte (FBS) Datteln. Mit der neuen Stelle schlägt Franken auch einen neuen Weg in seiner beruflichen Laufbahn ein - für den Historiker nichts Ungewöhnliches.



Nach dem Magister-Studium mit den Fächern Geschichte und Theologie in Bonn war René Franken als Referent für den Landtagsabgeordneten Michael-Ezzo Solf und später für Josef Hovenjürgen tätig. „Meine Schwerpunkte waren Themen rund um die Bildungs- und Schulpolitik sowie die Kirche“, berichtet er. Vier Jahre hat er an der Universität Köln zum Thema „Studienstiftungen“ im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit geforscht. Doch diese Arbeit endete jäh mit dem Einsturz des historischen Archivs der Stadt Köln im März 2009. „Damit waren alle, für mein Thema wichtigen Unterlagen zerstört“, berichtet er.
Seit zehn Jahren lebt der gebürtige Niederrheiner mit seiner Ehefrau Stephanie Franken in Dorsten-Holsterhausen. Dort engagiert er sich auch in der katholischen Gemeinde St. Antonius im Pfarreirat. Als Quereinsteiger hat er in den vergangenen Jahren als Vertretungslehrer in Dorsten gearbeitet. Anfangs drei Jahre am Gymnasium Petrinum, später an der Erich-Klausener-Realschule in Dorsten. Seine Fächer: Geschichte, Politik, katholische Religion sowie praktische Philosophie. Daneben hat er für den Verein für Heimatpflege in Viersen drei Ausstellungen im „Viersener Salon“ in der Villa Marx, einem ehemaligen Exerzitienhaus, konzipiert. „Dabei ging es um den Niederrhein als europäische Region, um Wallfahrten und Exerzitien sowie um das Thema Kindheit am Niederrhein“, berichtet der begeisterte Hobbyfotograf.
René Franken ist es ein Anliegen, „für jedermann verständlich zu arbeiten. Ich bin ein Pragmatiker und kein verkopfter Geisteswissenschaftler“, beschreibt er sich selbst. Die Arbeit der Familienbildungsstätten kennt er aus eigener Erfahrung. „Von der Pekip-Gruppe über naturwissenschaftliche Experimente für Väter und Kinder bis zum Kochkurs“, sagt er. Gern hat er bereits an verschiedenen Angeboten in der FBS Dorsten mit seinem eigenen Nachwuchs teilgenommen.

"Ich bin ein Teamplayer, kein Bestimmer"


Die neue Stelle an der FBS Datteln passt gut in sein Profil. „Das strukturierte Arbeiten interessiert mich. Ich war auch in einer Steuerungsgruppe zur Profilentwicklung unserer Schule aktiv“, informiert er. Bezogen auf die Familienbildungsstätte leiten ihn unterschiedliche Fragen: „Wie kann eine Einrichtung der Familienbildung in der Zukunft gut aufgestellt sein? Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Pfarrei, den Familienzentren oder beispielsweise der Caritas gibt es?“ Es ginge nicht darum, das Alte über den Haufen zu werfen, sondern die Zukunft in den Blick zu nehmen. „Mein Ziel in der Familienbildung ist es auch, Generationen miteinander zu verbinden“, erzählt er.
Eine Rolle, in die er sich sicherlich noch hineinfinden müsse, betreffe seine Leitungsposition. „Ich bin ein Teamplayer und kein Bestimmer“, sagt er von sich. Er möchte sich nun erst die Zeit nehmen, sich einzuarbeiten. Als Quereinsteiger komme er mit einem Blick von außen. „Den haben meine Kollegen an der Schule geschätzt. Denn eingefahrene Positionen und Strukturen fallen nicht mehr auf, wenn man sich lange in einem System bewegt“, ist er sicher. Die Arbeit ist für Franken immer mehr als nur ein Job, sie ist Engagement, das er lebt. „Und Erfolg in der Arbeit mit Menschen ist es auch, jemandem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.“
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