Musik und Märchen: Ehrenamtliche Demenzbegleiter nahmen an Fortbildung teil

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Foto: privat

Zum vierten Mal organisierte die Kreisarbeitsgemeinschaft der „Persönlichen betreuerischen Hilfen im Einzelfall“ trägerübergreifend eine Fortbildung für ehrenamtliche Helfer in der Demenzbetreuung. Der Kreis Recklinghausen fördert elf komplementäre Dienste in zehn kreisangehörigen Städten im Bereich der Betreuung älterer und dementiell erkrankter Menschen.

AWO, Caritas und Diakonie luden 62 ehrenamtliche Demenzbegleiter und vier Referenten zu dem Workshop „Musik und Bewegung, Veeh-Harfe, Märchen“ nach Wulfen-Barkenberg ein. Die Teilnehmer konnten sich entscheiden, welches Thema sie an diesem Tag im Gemeinschaftshaus der AWO näher kennenlernen wollten, um das Erlernte bei ihren Einsätzen in der Gruppen- und Einzelbetreuung von pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen anwenden zu können.
Eine Märchenerzählerin vermittelte den Ehrenamtlichen, wie man ein Märchen besonders spannend erzählt. Dementiell erkrankte Menschen kann man mit der Symbol- und Bildsprache des Märchens aus ihrer geistigen Isolation holen und beruhigen.
In der Gruppe „Musik und Bewegung” lernten die Teilnehmer, altbekannte Volkslieder mit Bewegungen zu verbinden und so dementiell erkrankte Menschen zu aktivieren. Praktisch ausprobiert wurde auch der Einsatz von Orffschen Instrumenten, bunten Chiffontüchern und Klangschalen. Gymnastische Elemente und Rhythmus-
instrumente brachten die Gruppe mit viel Spaß in Schwung. Die Teilnehmer erhielten praxisnahe Anregungen. Zum Abschluss des Tages stellte diese Gruppe den Anderen den „Gewittertanz“ vor.
Im Workshop zur Veeh-Harfe konnten die Teilnehmer nach einer kurzen Einführung zur Handhabung der Harfe schon nach einer halben Stunde ein erstes Volkslied miteinander spielen. Die Freude darüber, selbst musizieren zu können, war besonders bei denen groß, die nie zuvor ein Musikinstrument gespielt hatten. Der Workshoptag reichte aus, um die Veeh-Harte demnächst in der Gruppenarbeit mit demenzkranken Menschen zum Einsatz zu bringen und beispielsweise einfache Volkslieder instrumental zu begleiten. In der Einzelbetreuung werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter demnächst demenzkranke Menschen mit ausreichender Seh- und Hörfähigkeit in das selbständige Spielen führen und so auf besonders sinnliche Weise aktivieren. Im Plenum konnten die Workshop-Teilnehmer all das zu Beweis bringen, als sie die Gruppe der Märchenerzähler sowie das gemeinsame Abschlusslied „Kein schöner Land“ instrumental begleiteten.
Alle 62 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in den Workshops mit Spaß bei der Sache und genossen den Weiterbildungstag. Als wichtig erlebt wurde auch der Austausch mit weiteren Ehrenamtlichen über die Stadtgrenzen hinaus. AWO und Caritas bedankten sich mit dieser Fortbildung für das große Engagement der Ehrenamtlichen. Die ehrenamtliche Unterstützung macht die vielfältige Betreuungsarbeit von Menschen mit Demenz in Gruppen und Einzelbetreuung überhaupt möglich.
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