Mamas Liebling (18)

Anzeige
Mamas Liebling ist klug. Das behaupten alle Eltern von ihren Kindern, aber Sie werden sehen, was ich meine.
Es geht um das leidige Thema „Schnuller“. Erst schiebt man sie dem überraschten Säugling in den Mund, obwohl er von dessen Existenz doch überhaupt nichts ahnte und er folglich auch nicht danach verlangte. Dann, spätestens zweieinhalb Jahre später, versucht man hartnäckig, dem Kleinkind das Schnullern wieder abzugewöhnen. Schließlich warnen Zahn- und Kinderarzt vor unschönen Kieferfehlstellungen und Mama bekommt Angst, dass das Kind mit einem Überbiss oder sonstigen Verunstaltungen rumlaufen muss. „Spätestens bis zum dritten Geburtstag muss er weg!“ warnte auch unsere Zahnärztin. Und der Druck wuchs - schließlich sind schon einige von unseren kleinen Freunden schnullerlos und die dazugehörigen Eltern schnullerstressfrei.
Die meisten haben es mit der Hau-Ruck- bzw. der ultragemeinen Nimm-Weg-Methode geschafft. Eine Mama hatte die Schnuller auf der Reise in den sonnigen Süden einfach „vergessen“, was das Kind mit einer Woche Dauer-Schlechte-Laune quittierte. „Vergiss du die Schnuller doch auch einfach, wenn ihr bald in Urlaub fliegt“, schlug sie vor. Mein spontaner Impuls: Um Himmels Willen, bloß nicht! Der Jetlag, der uns bei Oma und Opa in Amerika erwartet, reicht mir, da brauch ich nicht auch noch Schnuller-Alarm. Und geht das ganze nicht auch etwas sanfter und schonender?
Die andere Mama versucht es mit dem „Nikolaus-Trick“. Der nimmt den Schnuller mit und lässt nen gefüllten Stiefel da. Aber so behält der arme Nikolaus doch für immer einen leicht gemeinen Beigeschmack, oder?!
Also die gute alte Schnuller-Fee. Die kommt des nachts und nimmt das von dem abhängigen Kind freiwillig auf die Fensterbank geliebte Teil mit und lässt dafür ein Geschenk da. Find ich fair. Und so las ich meinem Liebling geduldig die Geschichte mit dem Titel „Bodo-Bär braucht keinen Schnuller mehr” vor. Wieder und wieder. Und siehe da - irgendwann fruchtete die Geschichte und die Kleine wollte freiweillig ihren Schnulli auf die Fensterbank legen. Geschafft? Von wegen!
Natürlich legte das kluge Kind ihren unliebsten Schnuller auf die Fensterbank und behielt die anderen drei erstmal. So gibt es schließlich mehr Geschenke! Warum alle auf einmal hinlegen, ich bin doch nicht blöd! Die Schnullerfee besorgte hektisch ein Geschenk und schummelte es nachts auf die Fensterbank. Die Freude hielt sich in Grenzen und man las förmlich ihre Gedanken: „Ob sich das dafür lohnt, na, ich weiß nicht…“
Schau‘n wir mal, wie es weiter geht. Ob die freiwillige Schnuller-Fee-Sache doch noch funktioniert? Oder ob die fiese Mama vielleicht doch Schnuller-Alarm und Jetlag ertragen muss…? Hauptsache, spätestens an Weihnachten herrscht wieder Friede, Freude und schnullerlose Harmonie.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.