Holger Schaeben: Von der Stadt aufs Land

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Er trägt ein hellblaues Hemd und eine leichte beige Hose. Holger Schaeben ist in Düsseldorf zu Besuch. Es ist die Stadt, in der er aufgewachsen ist. In Hassels und Benrath, später lebte und arbeitete er in Oberkassel. „In Oberammergau habe ich andere Sachen getragen“, sagt er auf Nachfrage. Denn in Oberammergau, ja, tief in der bayrischen Provinz, hat drei Jahre gelebt. Seine Erfahrungen, die er dort gemacht hat, schildert er in dem Buch „Es ist ein hartes Leben in der Provinz / Aber einer musste es tun“. Er hat sich dort, wie er erzählt, jedenfalls was die Kleidung angeht, angepasst, trug Freizeitkleidung wie Jeanshosen und Hemden.
Was er als Städter auf dem Land erfahren hat? Dass Welten aufeinander stoßen können, dass das Landleben nicht so heil ist wie vielfach angenommen, dass Ordnung im Garten herrschen muss...Aber eins stellt er klar, wenn er über sein Landleben spricht: Nette und sympathische Leute habe er kennen gerlernt. „Ob Sie jetzt in der Stadt oder im Dorf sind, man findet üebrall Leute“, sagt er.
Warum das Ganze? „Wir sind der Lust nach dem Land und nach Veränderung nachgegangen“, erklärt er. Es gebe viele, die vom Land träumen, Magazine mit Titel wie Landlust, Landleben und viele andere wecken Begierden - Schaeben sagt: „Das dort Dargestellte ist kein Alltag, es ist kein Abbild der Realität.“
Als Holger Schaeben und Familie ihre Postanschrift von Düsseldorf in Oberammergau wechselten, wussten sie nicht, was sie erwartet. Von Anfang an war ihnen klar: „Es kann funktionieren, muss aber nicht.“ So war das Landleben dann auch anders, als sie es sich vorstellten und wie sie es aus dem Urlaub kannten. Der Mann, der viele Jahre in der Werbung gearbeitet hat, hat seine Erlebnisse dann in ein Buch gepackt. Über das Leben im Dorf während der Passionsspiele, über die Handwerker, die eben nur arbeiten, wenn Passionsspiele sind, und vieles mehr hat er gerschrieben. In den Kapiteln, die fast nie länger als drei Seiten sind, blitzt feine Ironie auf und Intelligenz.
Die 143 Seiten sind Holger Schaebens erstes veröffentlichtes Werk. Ein Krimi, den er um die Jahrtausendwende geschrieben hat, fand nie einen Verlag. Für „Es ist ein hartes Leben in der Provinz /Aber einer musste es tun“ setzt Schaeben zu einem Teil auf Eigeninitiative. Er hat eine Facebook-Fanpage, hat einen Buchtrailer produzieren lassen und gibt Lesungen. Vielleicht, so hofft er, sieht er auch sein Erstlingswerk einmald im Buchhandel.
„Es ist ein hartes Leben...“ ist unter der ISBN-Nummer 978-3-86991-862-4 erhältlich. Christina Görtz
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