"Nimm Platz" - Aktion für Flüchtlinge: Stühle gesucht

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„Nimm Platz“: Ökkes Yildirím heißt Flüchtlinge willkommen, nicht nur im Rahmen einer Kunstaktion. Foto: Hoch

„Nimm Platz“ heißt es nächste Woche im Rahmen des UrbanArt Festivals in Düsseldorf, das am 21. August startet. Büdchenbetreiber Ökkes Yildirim aus Oberbilk schließt sich dem Motto an und formt daraus eine symbolische Kunstaktion zugunsten von Flüchtlingen.


Einige bunte Stühle hat Yildirum bei sich im Café an der Linienstraße 108 bereits stehen. 200 sollen es insgesamt werden, wenn in den nächsten Tagen seine Aktion beginnt. Im Rahmen des 40Grad Urbanart Festivals er auf der Suche nach jeder Menge Stühle (maximal vier Kilo), die an der Flügelstraße aufgehängt werden sollen als Zeichen für die Düsseldorfer gastfreundschaft „Ich möchte damit Flüchtlinge willkommen heißen. Sie sollen sich hier wohlfühlen“.
Hat Yildirim alle Stühle zusammen, sollen sie von Schulkindern im Rahmen des Kunstunterrichts bemalt werden.

"Ich weiß genau, wie es ist, auf der Flucht zu sein"

Bereits vor zwei Jahren hatte er eine stadtbekannte Aktion gestartet, indem er Hampelmänner an die Bäume hing als Symbolik für die Zwänge in der Gesellschaft.
Jetzt sollen es Stühle sein. Und Kurde Yildirim weiß, wovon er spricht. Er ist selbst Flüchtling. Mit zehn Jahren kam er nach Deutschland. „Meine Familie wurde gezwungen, das Land zu verlassen.“
Dann folgte eine lange Tortur. Immer wieder wurden sie abgeschoben und zogen in Deutschland von einer Stadt in die nächste, bevor der heute 37-Jährige vor zwölf Jahren eine neue Heimat in Oberbilk fand und sogar ein Café eröffnete, „Das Büdchen“.
„Ich weiß genau wie es ist, auf der Flucht zu sein, zu leiden und nicht zu wissen, wo man hingehört“. Und genau deswegen ist es ihm auch ein ganz besonderes Anliegen, „Nimm Platz“ zu sagen und sich zu engagieren.
Ohnehin ist er in Oberbilk und darüber hinaus aktiv. So setzt er sich unter anderem auch für den Erhalt der Gaslaternen in Oberbilk ein.
Yildirims Büdchen ist sowohl Nachbarschaftstreff als auch Treffpunkt der Kunstszene.

Nach der Aktion werden die Stühle, so fern sie sich in einem guten Zustand befinden, für Flüchtlingsheime gespendet.
Auch der Zeitpunkt des Abhängens der Stühle ist gut gewählt. Am 3. Oktober sollen die Stühle wieder von den Bäumen. „Dann sollen wir alle eine Einheit sein“, so Yildirim.

Stühle gesucht

200 Stühle werden im Rahmen der Kunstaktion „Nimm Platz“ gebraucht. Sie sollten maximal vier Kilo wiegen. Noch bis Mittwoch, 19. August, können Stühle abgegeben werden. Wer Kontakt zum Künstler aufnehmen möchte, kann dies unter Telefon 942 11 981.
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