Woher kommt eigentlich die Düsseldorf Köln "Feindschaft"?

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Köln und Düsseldorf bzw. ja eigentlich Düsseldorf und Köln verbindet neben dem Rhein schon eine alte Fehde, aber mal ehrlich, wer weiß eigentlich noch warum?

In unserem schönen Rheinland gibt es gleich zwei bedeutende Großstädte, die von wirtschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung sind und zwischen denen eine lebhafte Fehde besteht. Ohne groß nachzudenken weiß man, dass es sich dabei nur um die Städte Düsseldorf und Köln handeln kann, die ihre Rivalität auf so ziemlich allen erdenklichen Ebenen austragen.

Düsseldorf und Köln - keine Entfernung, doch so weit entfernt

Die beiden Städte erstrecken sich entlang des Rheins und sind nur etwa 40 Kilometer von einander entfernt. Zu dieser räumlichen Nähe gehört - anders als man es als Außenstehender vielleicht erwarten würde - auch eine kulturelle Nähe sowie eine sehr ähnliche Mentalität.
Beide Städte sind für ihre obergärigen Biere, für den berühmten Karneval und die lockere und lebensfrohe Art ihrer Einwohner bekannt, die man wohl als typisch rheinisch erachten kann.
In der Domstadt trinkt man mit dem Kölsch ein helles, süffiges Bier, das man in speziellen schmalen Gläsern serviert, die man in Düsseldorf gerne als "Reagenzgläschen" verspottet, wobei die Gläser, in denen die Düsseldorfer ihr Alt, ein dunkleres, malzigeres Bier, servieren, auch nicht viel größer sind.

Natürlich wird die Rivalität auch im Fußball ausgetragen: die beiden Stadt-Clubs, Fortuna und der FC liefern sich immer wieder spannende Derbys, wie z.B. in der laufenden Saison in der zweiten Liga.

Die Rivalität findet aber auch auf kultureller Ebene statt, wofür sich etliche Beispiele finden lassen. In Düsseldorf kann man die Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalens bestaunen, eines der führenden Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Deutschland, wohingegen die Dom-Stadt das Ludwig-Museum hat, das der Düsseldorfer Kunstsammlung in nichts nachsteht.
Gerhard Richter, Deutschlands bekanntester Künstler lebt seit Jahrzehnten in Köln; an der Düssel lebt dagegen Andreas Gursky, der seinerseits als der bekannteste Fotograf Deutschlands zählt.
Auch im Bereich der Architektur könnte man eine Rivalität ausmachen. So schmückt sich Düsseldorf mit den Gehry-Bauten, die nach ihrem Architekten Frank Gehry benannt sind, der 1989 den Pritzker-Preis für Architektur erhielt, wohingegen Köln z.B. das Kolumba-Museum vorzuweisen hat, dessen Architekt Peter Zumthor war, der den Preis 2009 erhielt.

Es gibt natürlich auch Kategorien, in denen die eine Stadt der anderen deutlich voraus ist. In beiden Städten wird Karneval besonders am Rosenmontag gefeiert, doch der Rosenmontagszug in Köln ist bekannter und größer, außerdem sind die "kölschen Leeder" über das Rheinland hinaus bekannt.

Und in beiden Städten kann man wunderbar shoppen, doch wenn man das nötige Kleingeld hat, ist man in Düsseldorf mit der Königsallee, die Luxusmeile der Stadt, besser bedient, die Stadt gilt als ein wichtiges Modezentrum in Europa.

Zudem ist die Stadt an der Düssel die Hauptstadt von NRW, was beim Nachbarn schon seit der Preußenzeit ärgerlich betrachtet wird.
Womit wir beim geschichtlichen Punkt angelangt wären.

Was viele heute nicht mehr wissen, ist, dass die Rivalität der beiden Städte tief in ihrer Geschichte verankert ist. Im Mittelalter war das Verhältnis der heutigen Rheinmetropolen durchaus von Feindschaft geprägt. Dabei wird die Schlacht von Worringen heute gerne als Grundstein für die anhaltende Rivalität betrachtet. In dieser Schlacht stritten sich jedoch verschiedene Adelshäuser um das Erbe eines limburgischen Herzogs, dessen Nachfolge auf Grund von fehlender, männlicher Nachkommen nicht friedlich geklärt werden konnte. Dies aber zu einem Konflikt der beiden Städte hoch zu stilisieren, wäre weit verfehlt.

Wahr ist dagegen, dass Köln als bedeutende Handelsstadt im Mittelalter sämtliche Handels- und Zollrechte für Waren innehatte, die über den Rhein transportiert wurden, was bedeutete, dass Waren, die aus den Niederlanden kamen, erst an den Düsseldorfern vorbei segelten, bevor diese sie mit Aufschlag auf den Kölner Märkten kaufen mussten.

Ausgelebt wird die Rivalität jedenfalls bis heute und sie gehört zum ganz normalen Alltag der Rheinländer. So ist es bei der jeweils anderen Stadt immer willkommen, wenn man ein lustiges Anekdötchen oder auch einen deftigeren Witz über die jeweils andere Stadt zu erzählen weiß.

In diesem Sinne: Spaß muss sin am Rhing!

[Quelle: zum Teil www.wie-wie.de]
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