„Es gibt keine soziale Kälte“ - 19. Altstadtessen der Armenküche

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Ein voller Erfolg: Das Open Air Altstadtessen war für alle Beteiligten eine tolle Sache. Foto: vos

Jedes Jahr lädt die Altstadt einmal zur Armenküche ein. Dort hat dieses Jahr das 19. Open Air Essen für „Arme und Reiche“ auf dem Burgplatz stattgefunden.

Anlässlich des 5. Geburtstags der Altstadt-Armenküche e.V.,1997, kam man auf die Idee jenes Essen auf dem Burgplatz das erste Mal zu organisieren, um nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern vielmehr ein Zeichen zu setzten, dass es keine Unterscheidung zwischern Bürgern der Stadt geben sollte, so Marion Gather, zuständig für Sozialarbeit und Öffentlichkeitsarbeit der Altstadt-Armenküche.

Dieses Jahr war es der 15. August als von 12 bis 18 Uhr gegessen und geschwatzt wurde. Damit sollte ein gutes Zeichen für das Miteinander in Düsseldorf gesetzt werden. „Es ist eine tolle Erinrichtung. Dass man etwas tun kann für die Menschen gibt mir ein gutes Gefühl“,erzählt uns Frau Gather, „ich sehe die Missstände. Könnte ich nichts daran ändern, wäre ich sehr unglücklich“.

Altstadt-Armenküche als Institution

Neben dem großen Altstadtessen bieten rund sechzig Ehrenamtliche der Altstadt-Armenküche seit mehr als zwanzig Jahren, dreiundzwanzig um genau zu sein, ein Essen für Bedürftige an. „Wir müssen Helfer manchmal sogar ablehen, da sich viel mehr anbieten, als wir einsetzen können“, macht uns Marion Gather deutllich, „das zeigt einfach, dass viele Leute gewillt sind zu helfen und von einer sozialen Kälte, die oft kritisiert wird, spüre ich da absolut nichts“.

Früher noch in Räumen des Ursulin-Gymnasiums, heute in kleinen Räumen des Rathauses werden auch an Sonn- und Feiertagen zirka hundert Bedürftige gesättigt. Ganz kostenlos ist es nicht, so muss eine kleine Spende von 50 Cent getätigt werden. Dafür kann der Hunger dann gestillt werden und es ist möglich Hilfe und Unterstüzung bei der Sozialberatung wahrzunehmen, je nach Bedarf. So soll eine Hilfe zur Selbsthilfe geschaffen werden, durch die die Bedürftige aus dem Kreislauf von Armut und Wohnungslosigkeit herausgelangen sollen.

Viele halfen mit

Die Altstadt- Armenküche finanziert sich ausschließlich über Spenden. So soll auch im Verbund mit anderen eine echte „Lobby für Arme“ geschaffen werden. Gerade die Möglichkeit frei und unabhängig in die Öffentlichkeit zu treten, wir dabei intern sehr wertgeschätzt. Die vielen Helferinnen und Helfer der Armenküche machen das Altstadtessen möglich. Auch Stadtwerke, Malteser und verschiedene Musikgruppen versuchten für einen tollen Tag zu sorgen. So schenkten die Stadtwerke von 12-14 Uhr Suppe aus und die Malteser stellte das große Zelt zur Verfügung. Es gab Erbsensuppe und Grillwürstchen, Bier, Kaffee und Kuchen.

Den Start gegen 12 Uhr übernahmen die Leiterin der Komöide Katrin Schindler sowie Akteure des Stückes „Mein perfekter Partner“, das im September in der Komödie Premiere feiert. Anschließend traten „Panhandle Alks“ mit Alkabilly und Rockabilly auf. Danach kamen „Akira Daiko“, die zeigten, was sich hinter der „Power of Taiko-Drums“ versteckt. „De Rhingschiffer“ waren dann mit Mundart an der Reihe und „Cachbar Club“ präsentierten schließlich Düsseldorfer Punkrock der 77er Jahre.

„Die Bands melden sich zum Teil sogar freiwillig für einen Auftritt am Burgplatz während des Altstadtessens“, freut sich Marion Gather, „alle Akteure, seien es die Helfer, die Bands, die Spender, oder jeder andere der uns, sei es zum Beispiel durch Mundpropaganda oder Presse unterstützt, ist ein Teil dieser Instituition. Nur deshalb ist möglich, was hier nicht nur beim jährlichen Essen, sondern auch täglich geleistet wird“.

Die Altstadt-Armenküche ist zudem Ausgabestelle für „FIFTY FIFTY“ und auch hier seien beinah alle Erfahrungen positiv und die Verkäufer knüpften sogar persönliche Kontakte mit den Kunden.
Das Altstadtessen und viele weitere Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Leben vieler Menschen lebenswerter zu gestalten. Sei es durch Essenspenden oder durch das Anbieten der eigenen Hilfskraft, jeder kann mitmachen und so anderen helfen und sich selbst mal wieder auf die Schulter klofpen.
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