Drogenfachklinik Horizont meldet Insolvenz an

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Die Drogenfachklinik Horizont in Rees muss Insolvenz anmelden. Foto: Ralf Beyer

Die Fachklinik Horizont in Rees wird am Montag, 2. Dezember Antrag auf Insolvenz stellen.

Ausschlaggebend ist eine negative wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr aufgrund mangelnder Belegung ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung in 2014. Das Therapieangebot der Klinik mit 45 Plätzen richtet sich an drogen- und mehrfachabhängige Männer. Die Einrichtung besteht seit 1995 am Groiner Kirchweg in Rees.

Caritas übernahm die Mehrheit

Zum 1. Juli 2012 hatte der Caritasverband Kleve e.V. mit 51 Prozent die Mehrheitsanteile der Klinik vom Krankenhausverbund pro Homine gGmbH mit Sitz in Wesel übernommen. Die Caritas stellte mit Gerd Engler und Peter Hücklekemkes die beiden Geschäftsführer der Einrichtung. Die pro Homine ist weiterhin mit 43 Prozent an Horizont beteiligt. Sechs Prozent hält die Stiftung St. Willibrordus-Spital Emmerich am Rhein.
Nachdem am 21. November 2013 zunächst der Caritasverband den Antrag der Fachklinik auf eine Liquiditätshilfe von 205.000 Euro zur Deckung der laufenden Ausgaben abgelehnt hatte, folgte dem auch der Aufsichtsrat der pro homine am 26. November. Es ist davon auszugehen, dass die Stiftung St. Willibrordus-Spital einen gleichlautenden Beschluss fassen wird. Deshalb wird jetzt der Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 24 Mitarbeitende, die am vergangenen Donnerstag über das weitere Vorgehen informiert wurden.
Entscheidend für die negative wirtschaftliche Entwicklung der Fachklinik im laufenden Jahr war die nicht ausreichende Belegung. Ursache dafür ist in erster Linie, dass etwa die Hälfte der für eine Therapie bei Horizont angemeldeten und im Jahresplan vorgesehenen Männer nicht angetreten war. Darüber hinaus hat die veränderte Bewilligungspolitik des Rentenversicherungsträgers zu sinkenden Anmeldezahlen geführt. Dieser negative Trend konterkarierte andere Anstrengungen der Fachklinik zur Steigerung der Belegung.

Tendenz lässt keine andere Wahl

Dazu zählte die enge Kooperation mit den Caritas-Beratungsstellen für Suchtfragen und die daraus resultierende Vernetzung von Beratung und anschließender Therapie in der Fachklinik. Zudem gab es Kooperationsabsprachen mit der LVR-Klinik Bedburg-Hau als weiterer Zuweiserin, die nicht vollständig realisiert werden konnten. Die Mitarbeitenden und die Geschäftsführer haben nachweisbar gute Arbeit von hoher fachlicher Qualität geleistet. So wurde Horizont wiederholt sowohl nach DIN EN ISO 9001:2008 als auch nach den spezifischen Anforderungen in der Suchttherapie (deQus) zertifiziert.
„Wir bedauern die getroffenen Entscheidungen, zumal sich im Jahre 2012 zunächst eine positive Entwicklung abgezeichnet hatte, die eine gute Prognose für die Zukunft zuließ. Aber die aktuelle und noch zu erwartende Tendenz lässt leider keine Wahl“, so Caritas-Vorstand Joachim Schmidt.
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