Sohni Wernicke: "Wir lehnen die Pläne ab"

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Unverständnis herrschte bei den Zuhörern im Kolpinghaus. Rüdiger Helmich: "Jeder vernünftige Mensch wird die Straße niemals durch den Berg bauen. Warum baut ihr eigentlich keinen Tunnel durch den Berg, wenn Geld schon keine Rolle spielt?" Christoph Jansen von Straßen NRW: "Wir haben schon geschaut was möglich ist. Wir sind der Überzeugung, dass wir die Kosten auch sehr seriös geschätzt haben."

Jürgen Lentjes von der Bürgerinitiative: "Ich fühle mich belogen und betrogen. Der Projektleiter der Bahn hat uns bei einem Besuch in Emmerich gesagt, die Bahn wolle dort gar nicht mit 200 km/h fahren. Und jetzt das." Johannes ten Brink wollte wissen, ob durch die Bergfußvariante der LKW-Verkehr weiter durch Elten gehen würde. "Heinz-Gerd Biewald: "Der Verkehr splittet sich auf." Anton Berndsen meinte "Sie planen nicht für die Zukunft".
Thema Bauarbeiten am Berg. Eine Dame wollte wissen, ob es dafür auch Wege für die Baufahrzeuge gebe und ob dafür Bäume weichen müssten. Biewald: "Natürlich müssen da Bäume weg. Wir benötigen einen Arbeitsraum von bis zu zehn Metern, damit die Baugeräte auch agieren können. Das ist ein enormer Eingriff am Eltenberg, den wir ausgleichen müssen." Einwurf aus dem Saal: "Den können sie nicht ausgleichen." Schließlich ergriff auch "Sohni" Wernicke das Wort.
"Ich muss mit Verwunderung feststellen, dass sie festgestellt haben, unsere Variante sei die Schlechteste. Schon nach der Machbarkeitsstudie des Institutes IVV war das der Fall. Auch bei zwei Behördenterminen bei Straßen NRW in Wesel wurde dieses Ergebnis verkündet, dabei war unsere Variante zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht untersucht. Bei unserer Variante ist in einem möglichen Crash-Fall die Bahn überall zu erreichen. Auch der uns zugesicherte Bahnhaltepunkt ist hier in den Plänen nirgendwo zu finden. Wir lehnen diese Pläne daher ab."
Christian Beckschaefer: "Die Bürgerinitiative entlastet mit ihrer Variante zu hundert Prozent die Innenstadt von Elten. Ich halte sie daher für die beste Variante." Klaus Fassin: "Ich habe Mitleid mit den Herren von Straßen NRW. Sie vertreten einen Standpunkt der anders wäre, wenn sie in Elten wohnen würden. Wenn sie die Gutachten verglichen hätten, sollten sie jetzt möglichst schnell mit den Planungen aufhören und Experten die Gutachten noch einmal lesen lassen."
Dann die große Überraschung. Christoph Jansen von Straßen NRW: "Das Gutachten liegt uns nicht vor. Wenn wir es hätten, dann könnten wir kritisch darauf schauen und vielleicht sind dann ja auch Argumente darin enthalten, die wir bisher nicht hatten." Sohni Wernicke: "Wir gehen mit unserem Gutachten sehr behutsam um, um mögliche Prozessgegner nicht schlauer zu machen. Die komplette Herausgabe ist aus taktischen Gründen nicht vorgesehen, sie könnte unsere Verhandlungsposition bei einem möglichen Gerichtstermin schwächen."
Jansen: "Geben sie uns aber doch die Chance, dass wir ihre Argumente verstehen können." Wernicke verwies auf einem Moderationstermin im Verkehrsministerium, zu dem auch die Bahn und Straßen NRW eingeladen sind. Dort solle man Teile des Gutachtens bekommen. Kopfschütteln bei Christoph Jansen. "Sie müssen uns doch vor dem Termin in die Lage versetzen, Einsicht zu nehmen." Wernicke zeigte sich kompromissbereit: "Sie können alle nicht prozessrelevanten Dinge von uns bekommen." Er zeigte sich seinerseits verwundert, dass weder die Bahn noch Straßen NRW über das Gutachten bescheid wussten. "Sie haben von uns eine Einladung per Mail zur Vorstellung erhalten in der wir deutlich gesagt haben, welchen Inhalt unser Gutachten hat."
Dem Achselzucken auf Seiten von Straßen NRW und Bahn entgegnete Wernicke: "Lassen sie mich nicht den Inhalt der Mail öffentlich machen." So sehen die beiden Stützwände am Berg aus, dazwischen verläft die neue Bundesstraße.
Plan: Straßen NRW
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