Ein Momentchen Ewigkeit fing Henk Gerlach mit seinen Fotos ein

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Eigentlich wollte der Hobbyfotograf nur seiner Frau einen Gefallen tun, und einige Fotos von der Spendenübergabe vom Singkreis Kupferdreh an die Bürgerschaft knipsen.

Doch dann fing er noch ganz andere Motive ein. Der Singkreis Kupferdreh lud anlässlich der Spendenübergabe die Flüchtlinge an der ehemaligen Dilldorfer Grundschule zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken ein. Der 77-jährige Henk Gerlach wollte einige Aufnahmen machen, bei denen die Flüchtlinge von hinten oder nur unscharf zu erkennen sind.
„Ich wollte der rechtlichen Problematik so entgehen. Aber die Flüchtlinge waren sehr aufgeschlossen.“ Insbesondere die Kinder waren sehr neugierig, was der Mann mit der großen Kamera da so macht. Und immer wieder baten sie ihn, auch ein Foto von ihnen zu schießen.
Also fing Henk Gerlach das Lächeln und die strahlenden Augen der Kinder ein. „Sie wollten sich direkt auf dem Bildschirm der Digitalkamera betrachten und es wurden immer mehr Kinder, die dann auch fotografiert werden wollten.“
Nur zu verständlich war da der Wunsch der Kinder, ihr Foto auch in den Händen zu halten. „Ich habe mich spontan dazu entschlossen, jedem Kind ein Bild von sich zu schenken.“ Doch damit nicht genug. Zuhause hat Henk Gerlach die Fotos bearbeitet und die Abzüge in Auftrag gegeben. Aus 44 Motiven mit Bildern im Format von 9x13 cm entsteht nun eine Collage, die in einem Wechselrahmen in der ehemaligen Grundschule Dilldorf ausgestellt werden soll. Dazu übergibt dann Henk Gerlach den Kindern ihr eigenes Bild- „in zweifacher Ausfertigung und im Postkartenformat- so haben sie eine bleibende Erinnerung.“
Mit der Fotografie beschäftigt sich Henk Gerlach schon seit den Fünfziger Jahren, nachdem er aus der DDR flüchtete. An sein erstes „Projekt“, wie er es nennt, erinnert er sich noch ganz genau. „Ich habe von 1955 bis 1958 viel in Heilbronn fotografiert, damals noch in Schwarz-Weiß“, erinnert er sich. „Damals hatte ich kein Geld und habe so 1.000 Motive selbst zu einem Buch gebunden. Das wollte ich aber nie veröffentlichen.“
Nach der Hochzeit mit seiner Frau richtete er sich, noch zu Zeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie, ein Fotolabor zu Hause ein. Mit den Farbaufnahmen wuchsen auch die technischen Möglichkeiten, viele Kameras haben etliche Motive für Gerlach festgehalten.
Auf seinen zahlreichen Reisen, wie beispielsweise nach Ostasien in Gegenden, wo der Tourismus noch ruhiger ist, findet er extravagante Motive und entdeckt ausgefallene Portraits. „Das macht ja nicht nur den Personen eine Freude, die fotografiert werden, sondern auch mir, wenn ich einen besonderen Moment festhalten kann.“
Eben ganz genauso, wie an dem Nachmittag des Kaffeetrinkens. Nun freut sich Henk Gerlach auf die freudigen Gesichter, wenn die Kinder ihr ganz eigenes Bild in den Händen halten und somit der Moment zu einem Stückchen Ewigkeit wird.
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