Warme Schuhe für 75 Flüchtlingskinder

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Mitglieder der Theatergruppe und Helfer des Café Konkret freuen sich über den Erfolg der Spendenaktion. Manfred Bodden (vorne) von der Anlaufstelle in Uedem sagt, dass die Hilfe unmittelbar an die Bedürftigen weitergegeben werden kann.

Warme Schuhe für die kalte Jahreszeit – darüber freuen sich in Uedem die Familien von 75 Kindern und Jugendlichen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Möglich gemacht hat das die Theatergruppe „Rückenwind“ der katholischen Franziskus-Gemeinde. Sie hat die Erlöse aus Eintrittsgeldern und Spenden an das Café Konkret, die Anlaufstelle für Hilfesuchende in Uedem, weitergegeben. Getragen wird die Anlaufstelle von der Kirchengemeinde St. Franziskus, dem Caritasverband Kleve, der freien evangelischen Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde Uedem.

Die Spende der Theatergruppe war in diesem Fall zweckgebunden: Mit dem Geld sollte das Café Konkret es ermöglichen, alle Flüchtlingskinder im Alter bis 14 Jahren mit Winterschuhen zu versorgen. Die Idee hatte Miriam van der Cruysen von der Theatergruppe: „Die Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe in Form von sinnvollen Sachleistungen. Viele von ihnen kennen den Winter nicht so wie wir und sind darauf gar nicht vorbereitet. Da bot es sich doch an, dass wir gerade in der Schusterstadt Uedem Geld für warme Schuhe spenden.“ Und so hat das Café Konkret eine Abmachung mit dem örtlichen Schuhgeschäft getroffen: Das Café gibt Gutscheine über einen bestimmten Warenwert aus, die in dem Geschäft eingelöst werden können. Wolfgang Kürten, ebenfalls Theater-Mitglied, betont: „Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Denn durch die Gutscheinaktion wird nicht nur den Flüchtlingen geholfen, sondern auch die heimische Wirtschaft gestärkt.“ Bei der Spendensammlung sei „so viel wie noch nie“ zusammenkommen, gibt Kürten an, „das zeigt die Akzeptanz unserer Idee.“

Manfred Bodden vom Café Konkret freut sich über die Aktion. „Derzeit kommen rund 185 Menschen regelmäßig bei uns einkaufen“, sagt er, „da stecken oft noch viel mehr Menschen hinter, insgesamt helfen wir bis zu 600 Leuten.“ In den vergangenen Monaten habe sich die Zahl durch die Flüchtlinge fast verdoppelt. Umso wichtiger sind für das Café Konkret Sach- und Geldspenden, erklärt Bodden, „gerade solche Sachspenden wie die Schuhgutscheine können unmittelbar an die Menschen, die Hilfe brauchen, abgegeben werden.“ Viel Hilfe erfahren die rund 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter derzeit zudem durch eine Initiative, die die örtliche Kolpingfamilie ins Leben gerufen hat. Bei der „Aktion Solide“ sammelt ein Verein oder eine Gruppierung aus Uedem einen Tag lang nach einer zuvor abgesprochenen Liste Sachspenden bei seinen Mitgliedern und der Bevölkerung, die dem Café zur Verfügung gestellt werden. Danach wird die Aktion an den nächsten Verein übergeben, der im Folgemonat eine Spendensammlung organisiert.

"Zur Not hilft man sich mit Händen und Füßen"

Die Schuh-Aktion der Theatergruppe „Rückenwind“ ist gut angenommen worden. Hildegard Willemssen, bei der die Gutscheine eingelöst werden können, berichtet begeistert von den ersten Kontakten zu den Flüchtlingen. „Die sind alle so nett und höflich“, sagt sie, „und auch mit der Verständigung klappt es meistens ganz gut. Zur Not hilft jemand oder man versucht es mit Händen und Füßen.“ Auch da greift übrigens die Hilfe des Café Konkret: Dort werden Deutschkurse für Flüchtlinge vermittelt. „Die laufen sehr gut“, sagt Bodden, „derzeit sind alle Kurse belegt.“
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