Walram feiert den Hundertsten!

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  Menden: Walram-Gymnasium/Hönne | Am Mendener Walram-Gymnasium ging es heute feierlich zu: Der 100. Geburtstag wurde groß gefeiert.

Wenn Wände sprechen könnten, dann hätte das Gemäuer des ältesten Gymnasiums von Menden sicher viele spannende, rührende und lustige Geschichten erzählen.
Auf 100 Jahre blickt das Walramgymnasium zurück.
Aber auch die meisten Festredner der Feierstunde in der Aula am Freitagmorgen konnten ihre ureigene Geschichte zur 100 Jahre alten Penne darbringen.
Allen voran Schulleiterin Christel Schmidt-Timmermann. Sie übernahm im 2010 die Leitung des Gymnasiums und sammelte gleich Erfahrungen mit der Schulreform und den Bildungsstudien. Dennoch ist ihr Fazit positiv „ Der Walramgeist herrscht an dieser Schule und ist ein ausgeprägter Teamgeist“, so die Schulleiterin.
„Ich bin stolz und fühle mich geehrt, dass ich seit 12 Jahren die Geschicke dieser Schule leiten darf“.
Sie vergaß nich,t den Menschen zu danken, die in all den Jahren dem „Sprössling Walram“ immer genügend Wurzelnahrung haben zukommen lassen, damit er gedeiht und weiterhin wachsen kann.
Unter den vielzähligen Gästen an die Schmidt-Timmermann diese Worte richtete, waren auch Paul Koch, der ehemalige Stadtarchivar aus dem Abiturjahrgang 1937, und somit der älteste Absolvent der Schule.
Zur Lehrerschaft gehörte unter anderem der ehemalige, langjährige Konrektor Gerhard Rosier.
Prof. Dr. Wilidor Hollmann war als Gast geladen sowie Prof. Dr. Reiner Feldmann, der sowohl als Schüler, Lehrer und Ehemaliger über das Leben an der Schule berichten konnte.
In seiner Rede ging Feldmann besonders auf die Historie des Gymnasiums ein, dass 1912 im Wunderjahr der Stadt mit 12.000 Einwohnern gegründet wurde.
„Es war die Zeit des Entstehens“, so Reiner Feldmann.
Es entstanden Straßenzüge, Gas- und Wasserleitungen und auch das Krankenhaus.
Trotz der Wirren der Zeit, die kurz darauf im ersten Weltkrieg herrschten und des Tributes, das die Schule dem dritten Reich zollen musste, besuchten 1944 bereits 622 Schüler das Walram Gymnasium.
„Zuweilen lief das altehrwürdige Gymnasium die Gefahr als Feuerzangenlehranstalt zu gelten. Doch das änderte sich abrupt“, führte er in unterhaltsamer Weise weiter durch die Geschichte.
Prof. Dr. Feldmann kam zu dem Schluss, dass viele hochmotivierte und engagierte Menschen aus dieser Schule hervorgegangen sind und endete mit den Worten:
„Leicht ist mir der Abschied nicht gefallen, a multos Annos“.
Der erste Bürger der Stadt Menden ging in seinen Grußworten auf die ehemaligen Studienräte ein, die sich trotz großer beruflicher und privater Nachteile während des NS Regimes nie haben verbiegen lassen und ihrer Ideologie treu geblieben sind.
Namen, wie Robert Leusmann, Köppickus und Henrichsen, sollen auch heute noch der jungen Generation Vorbild sein, so Volker Fleige.
Rainer Koch, Schuldezernent und Vertreter des Regierungspräsidenten in Arnsberg, erklärte den relativ simplen Zusammenhang zwischen dem Mendener Konglomerat, einem geologischen Bildungsprozess, und dem 100-jährigen Bestehen des Walrams. „Beides ist eine runde Sache“.
Stellvertretend für die 14 Gymnasien des Sauerländischen Landkreises gratulierte Eckhardt Lüblinghoff, als Sprecher der Direktoren.
Eghard Schmöle, Vorsitzender des Fördervereins wies darauf hin, wie sehr sich auch ehemalige Schüler/innen noch mit ihrer alten Schule verbunden fühlen.
Als Vertreterin der Elternschaft sprach Ulrike Linnenkamp als Vorsitzende der Schulpflegschaft
„Wir schicken euch das Wertvollste, was wir haben - unsere Kinder“.
Dass die Schülerinnen und Schüler am Walramgymnasium gut aufgehoben und bestens aufs Leben vorbereitet werden, bestärkte auch der stellvertretende Schülersprecher Maximilian Heider, der bereits in dritter Generation die Schule besucht.
Er wünscht sich auch weiterhin den Blick verschärft auf die Zukunft zu richten.
Zwischen den Reden und Laudatio wurden die Gäste musikalisch anspruchsvoll von Tim Köster am Piano, Clara Busemann an der Harfe und Antje Heinemann mit verschiedenen Flöten unterhalten.

Aber auch für die derzeitigen Schülerinnen und Schüler war heute ein Feiertag.
Sie alle hatten nach der dritten Stunde unterrichtsfrei!

Hier ein Überblick in Bildern ...
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1 Kommentar
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Dr. Malgorzata Hartwich aus Menden (Sauerland) | 24.02.2012 | 23:38  
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