„Gemeinsam Dinge positiv verändern“

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  Jürgen Senkbeil ist der neue Pfarrer in St. Vincenz und Leiter der Pastoralverbünde Menden-Mitte, Menden-Nord und Lendringsen-Hönnetal. Anlass für den Stadtspiegel, den „Neuen“ zu interviewen.

Frage:
Gibt es, was die Aufgaben/Arbeit betrifft, Unterschiede zu Ihrem Vorgänger Pfarrer Brackhane?

Antwort:
Ganz sicher gibt es Unterschiede. So wie alle Menschen verschieden sind, so sind es auch alle Priester und alle Pfarrer. Jeder hat andere Begabungen, Fähigkeiten und Talente, hat andere Schwerpunkte und setzt andere Akzente.
Diese Frage können Ihnen die Mendener vermutlich in einem Jahr viel besser beantworten, als ich das jetzt kann.

Frage:
Womit verbinden Sie Menden in erster Linie?

Antwort:
Mit Menden verbinde ich zunächst die St. Vincenz-Kirche. St. Vincenz gehört zu den zwölf Urpfarreien des Erzbistums Köln in Westfalen.
Von St. Vincenz sind alle anderen Mendener Gemeinden abgepfarrt. Die St. Vincenz-Kirche ist daher so etwas wie ein Integration- und Identifikationszeichen für sehr viele Mendener Christen.
Des Weiteren verbinde ich mit Menden die Mendener Kreuztracht, die für das religiöse und kulturelle Leben in Menden wesentlich ist.
Im weltlichen Bereich verbinde ich mit Menden die traditionelle Pfingstkirmes.

Frage:
Was möchten Sie in Menden (ver-) ändern?

Antwort:
Antworten möchte ich mit einem Bild aus der heiligen Schrift. Im Buch der Könige darf Salomo Gott gegenüber eine Bitte aussprechen. Und Salomo bittet Gott: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz.“(1 Kön 3, 9)
Ich komme als ein Hörender nach Menden, der die „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“ teilen möchte, der nicht alles weiß und kann, sondern gemeinsam mit den Menschen den Weg des Glaubens gehen möchte. Gemeinsam können wir dann vielleicht Dinge positiv verändern.

Frage:
Welches Projekt würden Sie umsetzen, wenn Sie unendliche finanzielle Mittel zur Verfügung hätten?

Antwort:
Alle Bauvorhaben der Kirchengemeinden, alle sozialen und caritativen Projekte, alle Personalstellen wären abgesichert - so dass wir unser Augenmerk auf die Menschen, ihre Fragen und Anliegen konzentrieren könnten.
Wir hätten dann die Möglichkeit, uns voll und ganz der Seelsorge und der zentralen Frage der Weitergabe unseres Glaubens widmen zu können.

Frage:
Bleibt bei Ihrer Arbeit noch Zeit für Hobbys?

Antwort:
Ich hoffe, dass auch dafür Zeit sein wird. (Anm. d. Red.: Rennradfahren)

Frage:
Können die Gemeindemitglieder mit Fragen und Problemen direkt an Sie herantreten?

Antwort:
Selbstverständlich. Wir - das Pastoralteam und die Gremien der Gemeinden - werden ein Konzept beziehungsweise Modell entwickeln, um gerade den Dialog zwischen hauptamtlichen MitarbeiterInnen und Gemeindemitgliedern zu fördern und zum festen Bestandteil im Gemeindeleben werden zu lassen.

Frage:
Wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte?

Antwort:
Ich komme nicht allein nach Menden und arbeite nicht allein in Menden. Zusammen mit den hauptberuflichen MitarbeiterInnen gemeinsam möchte ich ein trag- und zukunftsfähiges Bild für die Kirche von Menden entwickeln.
Innerhalb dieses großen Teams wird es entsprechende Zuordnungen und Schwerpunkte geben. Die kann ich im Augenblick noch nicht benennen.
Wir werden aber baldmöglich mit Überlegungen dazu beginnen.
Ein großer Schwerpunkt meinerseits wird im Bereich der Kommunikation und der Kooperation zwischen hauptberuflichen MitarbeiterInnen einerseits und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen liegen.
Als Pastor für alle Mendener Gemeinden möchte ich die Zusammenarbeit und das Zusammengehörigkeitgefühl der Gemeinden fördern und stärken.

Frage:
Wie kann man mehr Bürger in die Kirchen ziehen?

Antwort:
Vor einigen Jahren gab es im öffentlichen Leben Deutschlands eine Kampagne, die das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen stärken wollte. Die Überschrift lautete: „Du bist Deutschland!“
Diese Überschrift möchte ich gern ein wenig verändert übernehmen und sagen: „Du bist Kirche!“ - Nicht nur Amtsträger und Hauptamtlich Tätige und Engagierte - sondern jede und jeder Getaufte.
Aus diesem Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit würde sicher die Eine oder der Andere wieder den Weg zur Kirche finden. Es wäre schön, dieses Gefühl in den Herzen der Menschen wieder zu wecken.
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1 Kommentar
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Dr. Malgorzata Hartwich aus Menden (Sauerland) | 09.10.2013 | 15:21  
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