"Hammerkirmes" - aber: Schausteller haben Angst vor der Zukunft

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  Die heutige Pressekonferenz zum Verlauf der Pfingstkirmes war von Zufriedenheit der Schausteller über ihre Umsätze gezeichnet, aber auch von ihrer Angst um die Zukunft. Denn seit sie gehört haben, dass die Platzmeisterin, mit der die Schausteller lange Zeit gut zusammengearbeitet haben, ihren Posten aufgibt, fürchten sie Veränderungen und einen Verdrängungswettbewerb. Der folgende Beitrag steht am Mittwoch im Stadtspiegel:

„Das war wieder eine Hammer-Kirmes, perfekt, mit allem Für und Wider!“, brachte es Thomas Wendler, Mitglied des Schausteller-Vereins Iserlohn-Schwerte, auf den Punkt.
Unter der Moderation des Ersten Beigeordneten Sebastian Arlt zogen Vertreter von Stadtverwaltung, Schaustellern, Polizei, Feuerwehr, DRK und ASB ein Fazit der Pfingstkirmes.
Als ein „zufriedenstellendes Ja“ fasste Vereins-Vorsitzender Konstantin Müller den Verlauf der Kirmes bis gestern Mittag zusammen. Einem finanzstarken Sonntag sei ein umso schwächerer Montag gefolgt.
Müller: „Kaum ein anderer Beruf ist so wetterabhängig wie der der Schausteller.“
Auch Frank Foulon vom Schaustellerverband äußerte sich „sehr zufrieden mit der Besucherzahl“.
Zufrieden war man auch seitens der Stadt: Das Abschleppen hielt sich in Grenzen. Die Fahrgeschäfte und Buden waren vorschriftsmäßig aufgebaut worden. Und die Wildpinkler waren von der Ankündigung, das hart durchgegriffen wird, abgehalten worden.
Das Konzept der Polizei, unter anderem mit der Zentralen Einsatzeinheit, personalintensiv aufzutreten, hat sich wieder einmal bewährt. Nur drei Sachbeschädigungen, drei hilflose Personen, sechs Streitigkeiten und drei Taschendiebstähle mussten bearbeitet werden. Bei den - von der Polizei - geschätzten 35.000 bis 40.000 Besuchern pro Tag eine sehr geringe Zahl.
„Die jahrelangen Konzepte greifen“, zeigte sich auch die Feuerwehr positiv. Die Besucher nahmen die neue Fluchtweg-Beschilderung sehr gut an. Besonders gelobt wurde die gute Zusammenarbeit mit DRK und ASB.
DRK: „Alles war relativ ruhig.“ ASB: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

Platzwartin gibt ihren Posten auf

Doch dann sank die Stimmung beträchtlich, als Schausteller Hans-Otto Schäfer Zukunftssorgen der Kirmes beschicker ansprach.
„Menden ist immer die erste Veranstaltung, wo wir Geld verdienen. Außerdem bei der Soester Allerheiligen-Kirmes. Wir Schausteller sind auf Menden angewiesen!“
Jetzt aber war den Karussell- und Budenbetreibern zu Ohren gekommen, dass die langjährige Platzmeisterin der Stadtverwaltung aufhört.
Deshalb sind sie in großer Sorge, dass die Nachfolgerin beziehungsweise der Nachfolger womöglich unpassende Plätze zuweist oder den traditionellen Beschickern der Mendener Pfingstkirmes eine Absage erteilt, um Neulinge in die Hönnestadt zu holen.
Sebastian Arlt versuchte, diese Diskussion in andere Bahnen zu lenken:
„Ihre Sorgen nehmen wir ernst. Sie können beruhigt sein, die Kirmes hat auch eine existenzielle Bedeutung für Menden. Die Zukunft der Kirmes hängt aber nicht daran, dass eine einzelne Kollegin oder ein einzelner Kollege eine bestimmte Funktion wahrnimmt.“
Arlt kündigte an, dass sich die Stadt der Diskussion stellen werde und bot den Schaustellern einen zeitnahen gemeinsamen Besprechungstermin an.
Und noch ein weiteres „brandheißes“ Thema wurde gestern andiskutiert: die zeitliche Ausweitung der Kirmes auf fünf Tage. Doch darin, ob es sinnvoll sei, künftig bereits am Freitag zu eröffnen, gab es seitens der Schausteller äußerst geteilte Meinungen.
Das Kirmesvolk ist eben auch keine Einheit, sondern besteht aus individuellen Unternehmern. Und die befürchten angesichts des Personalwechsels beim Platzmeister einen Verdrängungswettbewerb.
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1 Kommentar
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Michael Elbers aus Menden (Sauerland) | 22.05.2013 | 19:44  
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