Interessante Wanderung

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Bodendenkmalpfleger Antonius Fricke.

Lendringsen. Das Wolfskuhler Heiligenhäuschen auf dem Berg an der Straße von Lendringsen nach Oesbern ist am Samstag dieser Woche um 15 Uhr Treffpunkt für eine etwa eineinhalbstündige Exkursion der Bodendenkmalpflege unter der Leitung des Bodendenkmalpflegers Antonius Fricke.
In seiner Pressemitteilung gibt Antonius Fricke nähere Hintergrundinformationen:

Zwischen Lendringsen und Oesbern existierte im 19. Jahrhundert ein sehr wichtiger Ortsteil der damaligen Gemeinde Böingsen, die erst später in Lendringsen umbenannt wurde.
Der Mittelpunkt war das vielen Wanderern bekannte erhalten gebliebene Wolfskuhler Heiligenhäuschen auf der Höhe des Berges gut einseh- und anfahrbar an der Straße von Lendringsen nach Oesbern.
Vom früheren Leben auf der Wolfskuhle hat der von der Wolfskuhle stammende Dominikanerpater und Heimatforscher Professor Ephrem Maria Filthaut (1903 - 1971) vieles sonst sicherlich verlorengegangenes an Geschichten aufgeschrieben.
So etwa "Die Wolfskuhle wird zuerst im Taufregister (von St. Vincenz) 1789 genannt. Es heißt hier: "Am 20. 12 1789 wurde getauft: Anna Margareta Elisabeth, Tochter des Vinzens Bettermann, genannt Filthaut, und der Anna Margarita Hartenacke (Hardenacke); Eheleute in Wulfskuhl".
Das ist der erste Hinweis auf die beginnende Besiedlung der bis dahin menschenleeren Wolfskuhle.
Möglich geworden war dies durch die Aufteilung der alten Luermark, die auch das Gebiet Wolfskuhle umfaßte, soweit bekannt einem früheren Gemeinschaftsbesitz an Wald der Stadt Menden, des Klosters Oelinghausen und möglicherweise Erbsälzern aus Werl im Jahre 1773.
Dazu liegen noch nicht veröffentliche Akten im Archiv der Stadt Menden, die sicherlich genauere Auskünfte geben könnten.
In der Folge kam es zu einer Besiedlung laut Pater Filthaut mit bis zu dreißig Familien. Das Ende der dichten Wolfskuhlbesiedlung kam relativ rasch mit dem Untergang des Puddelwerkes gegenüber der Gaststätte Hünnies an der Hönne als Hauptarbeitgeber im Jahre 1884.
Geblieben sind nur sehr wenige Häuser, aber viele alte Siedlungsspuren, die die Standorte der früheren kleinen sogenannten Kotten als Nebenerwerbslandwirtschaft
zur unentbehrlichen Selbstversorgung zeigen. Es gibt aber auch auch aber auch Spuren des frühen sehr wahrscheinlich teilweise schon mittelalterlichen Bergbaues, Holzkohlenmeilerplätze und anderes mehr, dies besonders im Wald am Hüttensiepenbach, dessen Name schon auf die frühe Eiserngewinnung mit hoher Wahrscheinlichkeit hindeutet.
Immer wieder wird nach der Entstehung des Namens Wolfskuhle gefragt. Das ist nicht verbindlich geklärt. Wolfskuhlen waren als Wolfsfallengruben waren früher weit verbreitet, denn in ihnen fing man die Wölfe um sie zu töten. Entsprechende Ortsnamen sind deswegen an vielen Stellen in Deutschland anzutreffen.
Bemerkenswerterweise führt die unmittelbar benachbarte frühere Gemeinde
Oesbern die doppelte Wolfsangel in ihrem Wappen.
Die aus Eisen geschmiedeten Wolfsangeln waren an den Enden jeweils mit eine Widerhaken ausgestattet. Sie wurden als Köder für die Wölfe mit Fleisch versehen
und so aufgehängt, dass ein danach schnappender Wolf mit dem Maul hängen-
blieb und verendete.

Anderthalbstündige
Exkursion


Vom Treffpunkt Wolfskuhler Heiligenhäuschen ausgehend führt die etwa eineinhalbstündige Exkursion der Bodendenkmalpflege unter der Leitung des Bodendenkmalpflegers Antonius Fricke am Samstag, 16. Juli, ab 15 Uhr gut einen Kilometer hinab bis fast in das Tal des Luerbaches und zurück.
Dort hat es im 19. Jahrhundert sieben Häuser gegeben, von denen noch ein besiedelter Standort vorhanden ist. Die übrigen sechs aufgegebenen Siedlungs-
plätze sind entlang des Weges teilweise noch deutlich erkennbar.
An dem Spaziergang nimmt der Bürgermeister Martin Wächter als fast Wolfskuhler wohnhaft genau an der Grenze der früheren Gemeinde Oesbern zu Lendringsen teil. Er hat sicherlich manch persönliches Erlebnis vom Leben auf der Wolfskuhle beizutragen. So etwa die erzählte Erinnerung der Vorfahren an die früheren langen Fußwege der Wolfskuhler bei jedem Wetter auf schlechten Wegen zur Arbeit nach Lendringsen oder auch Menden im Tal.

Eine Anmeldung zu dieser offenen Führung am 16 Juli ist nicht erforderlich. Kosten entstehen keine. Gutes wanderfestes Schuhzeug ist aber zu empfehlen.
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