Freiflug - Zum ersten Mal im Segelflugzeug alleine in die Luft

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Menden (Sauerland): Segelflugplatz Menden-Barge | Franziska Höppe hat die kürzeste „Anreise“ zum Flugplatz Menden-Barge. Sie wohnt nämlich direkt neben an und braucht nur über den Zaun zu klettern. So kam es auch, dass sie letztes Jahr während des Sommerlagers der LSG Menden einfach mal rüber kam und mitgeflogen ist. Denn immer nur den Segelfliegern vom Rücken ihres Pferdes – Franzi ist auch eine gute Reiterin – von der Nachbarwiese aus zuschauen, das reichte ihr nicht mehr. Und schon hatte sie die Faszination des Fliegens aber auch die Freude in der Gemeinschaft gepackt.

Nach 4 Wochen schnuppern blieb die jetzt 15jährige dabei und machte einen Start nach dem anderen mit Fluglehrer in unserem Schulungs-Doppelsitzer ASK13. Zu Beginn der Ausbildung wird nämlich neben dem Steuern des Flugzeuges im dreidimensionalen Raum vor allem das Starten und Landen geübt. Dieser sogenannte A-Abschnitt schließt dann mit dem Highlight für jeden Flugschüler/jede Flugschülerin ab: Dem ersten Alleinflug oder auch Freiflug genannt.

Für Franzi war es am letzten Samstag dann soweit. Fluglehrer Bernd Lindemann, der noch einmal mit ihr flog, war von ihrem ersten Start an diesem Tag begeistert: „Alles richtig gemacht!“ Also baute er schnell den Fallschirm aus dem hinteren Sitz aus und schon straffte die Winde erneut das Seil, diesmal für Franziskas ersten Flug ohne Fluglehrer im Cockpit. Kontakt bestand jetzt nur noch über Funk, aber Franziska machte das alles so souverän, dass Bernd auch auf diese Art nicht eingreifen musste. Es folgten noch zwei weitere Alleinflüge, die Franzi ebenfalls ohne Probleme absolvierte. Erster Teil der Ausbildung geschafft!

Noch bevor stand Franzi am Abend das „Alleinfliegerritual“: Bernd hielt eine kurze Ansprache und erklärte, dass Franziska jetzt einen Strauß aus Disteln überreicht bekommt, um das Gefühl für den Steuerknüppel zu sensibilisieren. Den musste sie dann während alle gratulierten auch in der Hand behalten. Als nächstes soll auch das Gefühl für die Thermik verbessert werden, denn die folgenden Ausbildungsabschnitte sollen die Segelfliegerin ja auch lehren, länger als nur für eine Platzrunde in der Luft zu bleiben. Also wurde Franzis Hintern ritusgemäß mit Wasser nass gemacht und alle Anwesenden gaben ihr einen leichten Klaps. Denn aus dem Sitz heraus spürt man die aufsteigende Luftmasse besser und eher, als Instrumente im Cockpit dies anzeigen können. So auch jetzt Franziska, die tapfer und immer mit einem Lächeln im Gesicht auch diese Aufgabe meisterte. Jetzt kann sie als sogenannte B-Schülerin in den Vereinslehrgang 2016 starten, wo sie sich sicher auch auf viele schöne Flüge in der Ka8 (ein Schulungs-Einsitzer) freuen kann.
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