Ferienaktion Circus-Leben: „Chinesischer Mast“ fordert junge Artisten heraus

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Die Akrobaten üben eine Pyramide. Foto: de Clerque
 
Maike zeigt eine Übung am "Chinesischen Mast". Foto: de Clerque
Monheim: Bürgerwiese Baumberg | Die Bürgerwiese ist zurzeit fest in der Hand von Akrobaten, Jongleuren und Clowns. Zwei Wochen findet dort das städtische Ferienprojekt „Circus Leben“ statt. 100 Kinder sind pro Woche dabei und trainieren in 16 verschiedenen Workshops eifrig für die große Abschlussgala.

Maja, Sherin, Haifaa, Khanum und Sheza üben gerade den Einzug in die Manege. Die fünf Mädchen im Alter von sechs bis neun Jahren sind durch ihre Hula Hoop-Reifen miteinander verbunden. Danach zeigen sie, wie sie je einen Reifen an ihrem Arm schwingen, wie sie sich diese gegenseitig zuwerfen und schließlich durchhüpfen. Hula Hoop ist einer von insgesamt 16 Workshops aus dem die 100 Teilnehmer des Ferienprojektes „Circus Leben“ zum Start am vergangenen Montag zwei auswählen konnten.

Ob Vertikaltuch, Akrobatik, Trapez oder doch lieber Flowersticks konnten die Kinder selbst entscheiden, nachdem sie alle Angebote einmal ausprobiert hatten. Der eine Workshop findet am Vormittag, der andere am Nachmittag statt. Dabei werden die Kinder in alle Aspekte des Circus-Lebens einbezogen, lernen diese kennen und gestalten sie mit. „Wir entwickeln die Show gemeinsam mit den Kindern. Sie sollen Spaß dabei haben und das vorführen, was sie gern möchten“, sagt Jill Kessel von der Kinder- und Jugendförderung. Bereits zum zwölften Mal richtet die städtische Abteilung das Ferienprojekt auf der Bürgerwiese aus. Diese verwandelt sich mit Unterstützung des Circus Soluna für zwei Wochen - pro Woche nehmen 100 Kinder teil - in eine bunte Circus-Zeltstadt.

Mittelpunkt des Geschehens ist das 13 Meter hohe Zelt, das mit einem Durchmesser von 18 Metern 350 Zuschauern Platz bietet. Darin trainieren gerade Maike (10) und Luzie (8) mit ihrer Gruppe für die große Abschlussgala, die am Ende jeder Circus-Woche am Freitagnachmittag und am Samstagvormittag präsentiert wird. Die beiden Mädchen haben sich für den „Chinesischen Mast“ entschieden. Der ist ganz neu im Programm. „Das ist eine fünf Meter hohe, gummierte Eisenstange, an der drei bis vier Kinder gleichzeitig verschiedene Figuren machen können. Dabei sind vor allem Kraft und Koordination gefragt“, erklärt Birger Koch, Leiter des Circus Soluna. Maike ist den Mast hochgeklettert. Oben hält sie sich nur mit den Beinen fest und streckt beide Arme von sich. Luzie ist schon fertig und erzählt ganz aufgeregt: „Ich war eine Minute und 30 Sekunden ganz oben und unter mir waren noch andere Kinder. Das ist ganz schön schwer, da die Hände und Füße glitschig werden.“

Gleich daneben trainieren die Trapez-Künstler. Tilda und Romy, beide acht Jahre alt, zeigen das Vogelnest. Sie halten sich mit den Armen an den Seilen fest, machen die Beine nach hinten und hängen nun kopfüber mit Armen und Beinen an den Seilen. Der Oberkörper ist dabei durchgedrückt, so dass es aussieht, wie ein Nest. „Das ist echt cool, weil man hier so viele verschiedene Sachen machen kann“, sagt Tilda ganz begeistert von ihrem Workshop.

Außerhalb des Zeltes üben die Leiterakrobaten den Fächer. Dafür müssen 15 Kindern auf vier Leiter untergebracht werden, die aufgefächert werden, wenn alle ihren Platz gefunden haben. „Das ist ganz schön schwierig“, meint Annika (10) und Tom (10) ergänzt: „Es müssen ja alle drauf passen.“ Lydia (12) findet das „H“ noch schwieriger, weil es so wackelt.

Die Akrobaten üben nur wenige Meter davon entfernt eine Pyramide, nebenan beim Rola Bola ist vor allem Balance gefragt und hinter dem Circuszelt fliegen die Diabolos in die Luft. Nur die Clowns üben ein bisschen abseits, versteckt in einem kleinen Zelt, damit die anderen nicht schon die Gags mitbekommen. Sie proben nämlich gerade „Palim, Palim“, den legendären Sketch von und mit Dieter Hallervorden, der eine Flasche Pommes kaufen möchte.

Das Projekt ist viel mehr als nur Freizeitgestaltung. In den einzelnen Workshops werden, Kraft, Balance, Koordination, aber auch soziale Kompetenzen gefördert. „Die Kinder sind den ganzen Tag zusammen und sind sehr motiviert neue Sachen auszuprobieren und für die Abschlussshow weiter zu entwickeln. Da gibt es keine Langeweile und die Smartphones bleiben in der Tasche“, sagt Achim Wieghardt, Abteilungsleiter Kinder- und Jugendförderung.

Infokasten:

Gala: Die Vorstellungen sind am Freitag, 15. und 22. Juli, um 16 Uhr und am Samstag, 16. und 23. Juli, um 11 Uhr im Circuszelt auf der Bürgerweise. Karten gibt es zum Preis von drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder vor der Vorstellung.

Circus-Projekt: Seit 2004 gibt es das Angebot von Stadt und Circus Soluna in den Sommerferien. Im kommenden Jahr wird es auch in der ersten Ferienhälfte stattfinden. Pro Woche können 100 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren teilnehmen. Die Anmeldung für das kommende Jahr ist ab Februar 2017 möglich.
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