KKV: „Brexit ist bedauerlich – aber die Erde dreht sich weiter“

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„Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa“

„Es ist ein schwarzer Tag für Europa, aber ein noch schwärzerer Tag für Großbritannien. Aber die Erde wird sich weiterdrehen.“ Mit diesen Worten kommentiert Bernd-M. Wehner, Monheimer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten. Wer 70 Jahre nach dem Krieg in Europa noch immer glaubt, dass man nationalstaatlichen Interessen den Vorrang geben muss, der hat nicht begriffen, dass nur ein vereintes Europa auf Dauer Zukunft hat. Abgesehen davon, dass in Europa dank der EU Frieden herrscht, die Bürger frei reisen und bezahlen können, die Unternehmen enorme Exportchancen haben und letztlich allen Bürgern dadurch ein höherer Wohlstand beschert ist, ist es im Zeitalter der Globalisierung letztlich ein Eigentor, wenn man zur Nationalstaatlichkeit zurückkehren will. Wie heißt es doch so schön: Man schätzt erst dann etwas richtig, wenn man es nicht mehr besitzt.


„Ich hoffe, dass in nicht zu ferner Zukunft die Vereinigten Staaten von Europa, zu denen Deutschland gehören würde, geschaffen werden, und dass dann Europa, dieser so oft von kriegen durchtobte Erdteil, die Segnungen eines dauernden Friedens genießen wird.“ Allein dieser Satz von Konrad Adenauer (Rede über den NWDR am 06.03.46) vor über 70 Jahren gesprochen, zeigt, wie sich inzwischen viele Politiker vom eigentlichen Ziel der Gründungsväter entfernt haben. Und noch einmal Adenauer acht Jahre später vor dem deutschen Bundestag am 15.12.54: „Die Einheit Europas war ein Traum von Wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für Viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“ Offenbar seien diese Ziele heute weniger denn je gefragt.

Deshalb fordert der KKV als katholischer Sozialverband auch in seinem Grundsatzprogramm: „In einem vereinten Europa sehren wir die Gewähr für Frieden, Freiheit, Wohlstand und eine zukunftsfähige Gesellschaft auf unserem Kontinent. Die Europäische Union muss deshalb weiterentwickelt werden.“ „Deshalb brauchen wir heute nicht weniger Europa, sondern mehr. Und wir brauchen Politiker, die nicht die Probleme in den Vordergrund stellen, sondern Lösungen anbieten“, so Wehner. Diese Lösungen würden nie einfach sein, um sie müsse ehrlich und mit Sachverstand aber auch mit Herz gerungen werden. Und im Geist der Solidarität. „Wir hoffen deshalb, dass jetzt nicht auch noch die Populisten und Vereinfacher Oberwasser bekommen.“

Europa habe letztlich nur Zukunft, so der KKV, wenn man sich wieder auf die gemeinsamen christlichen Grundwerte besinne und damit auch die Kriterien der Katholischen Soziallehre nämlich Personalität, Solidarität und Subsidiarität wieder stärker beachte. „Nur da, wo Menschen ermutigt werden, den Teil, den sie selber übernehmen können, auch tatsächlich selbst zu übernehmen, kann wirkliche Solidarität möglich werden und wachsen“ (Handbuch der kath. Soziallehre, Seite 155). Deshalb sollte sich die EU auf die wesentlichen politischen Fragen konzentrieren. Statt die Krümmung von Gurken festzulegen, sollte man die Außen-, Finanz- und Wirtschaftspolitik stärker ins Visier nehmen.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 – 0.
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