Bezahl' im Sperrbezirk? Abgefackelte Taxen: Keine Brandstiftung

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Ab durch die Lücke, um die Parkgebühr zu entrichten? Fotos: Marjana Kriznik
 
Das Parkhaus an der Essenberger Straße einen Tag nach dem Brand

In der Nacht zum vergangenen Donnerstag brannten in Moers in einem Parkhaus an der Essenberger Straße drei Taxen aus. Es entstand ein Schaden von 300.000 Euro. Wie die Polizei nun bekannt gab, handelte es sich nicht um Brandstiftung. Das Parkhaus sei seither komplett gesperrt. Hatte es am vergangenen Freitag geheißen: Nach dem Brand müsse die Statik des Gebäudes überprüft werden. Am Wochenende präsentierte sich das Objekt teilgesperrt. Ein Teil des für Fahrzeuge gesperrten Bereichs durfte und sollte von Kunden betreten werden, denn der Kassenautomat befindet sich im ebenfalls gesperrten Teil des Erdgeschosses.

So war die Frage am Wochenende: Gesperrt, nicht gesperrt oder "nur" teilgesperrt? Der vordere Teil der mittlere Ebene war an Selbigem "normal" zugänglich. Kunden, die diese angefahren hatten und dieses später mit ihrem Wagen wieder verlassen wollten, konnten durchaus verwirrt sein: Denn der Kassenautomat befindet sich innerhalb eines gesperrten Bereiches im Erdgeschoss. Unter dem Bereich, wo sich der Brand ereignet hatte. Bei dem Brand entstand eine gewaltige Hitze, so dass der Beton an der Decke in einem Bereich der mittleren Ebene abgeplatzt war und die Gefahr herabstürtzender Bauteile droht.

Nehmen Sie den Seiteneingang

Am vergangenen Wochenende war jedenfalls guter Rat teuer. Die Notruftaste an der Ausfahrschranke war mit einem Vermerk beklebt, der aufforderte, die aufgeführte Telefonnummer anzurufen:"Der Kassenautomat ist frei. Nehmen sie den Seiteneingang", herrschte ein ungeduldiger Securitiy-Mitarbeiter eine Kundin an, die ihren Wagen im oberen Etage geparkt hatte, verunsichert war, mit ihrem Wagen das Gebäude wieder verlassen wollte und an der Ausfahrschranke gehalten hatte.

Auf ihrem Einwand hin, dass das Erdgeschoss des Parkhauses, in dem sich der Kassenautomat befindet, gesperrt sei, bekam sie die Antwort, sie solle doch besagten "Seiteneingang" nehmen. Das Parkhaus sei vom Bauordnungsamt wieder frei gegeben. Wahrscheinlich, so die Auskunft am Telefon.
Bei besagtem "Seiteneingang" handelte es sich um einen meterbreiten Spalt zwischen den Absperrgittern.

Anwohnerin bemängelt: Wurde nicht informiert

Außerdem bemängelte eine Anwohnerin, in besagter Nacht von Brandgeruch Rauch wach geworden zu sein. Sie kritisierte, nicht über den Vorfall informiert worden zu sein.

Stadt-Sprecher Thorsten Schröder bestätigte, dass 88 von den 107 Stellplätzen gesperrt wurden. 19 Stellplätze seien noch frei. Demnach ist das Parkhaus von einer Teilsperrung betroffen. Die mittlere Etage könne weiterhin als Parkfläche genutzt werden, da der gesperrte Bereich baulich abgetrennt sei.
Bleibt jedoch ungewöhnlich: Dass das Erdgeschoss, wo sich der Kassenautomat befindet, für Fahrzeuge gesperrt ist, für Fußgänger jedoch keine Gefahr bestehe, sich darin aufzuhalten, wie der Stadtsprecher sagte.

Nichtsdestotrotz: Wäre es nicht wünschenswert gewesen, Kunden durch Anbringung eines Schildes zu informieren?

Ferner sei es nicht Aufgabe der Feuerwehr gewesen, Anwohner über den Brand zu informieren, da für diese zu keiner Zeit Gefahr bestanden habe, so Schröder. Es obläge den Bürgern selber, sich zu informieren, falls sich in ihrer unmittelbarer Nachbarschaft ein Hausbrand ereigne.
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