Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Interkulturelle Lotsen gründen einen Verein

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Wer auf Jobsuche ist und sich auf dem Arbeitsmarkt erst einmal orientieren muss, kann manchmal ins Straucheln geraten. Besonders wenn er die Sprache nicht perfekt beherrscht, aus einer anderen Kultur kommt oder noch nicht über ein solides soziales Netzwerk verfügt.

Genau an diesem Punkt setzen die „Interkulturellen Arbeitsmarktlotsinnen und –lotsen“ an. Wie das genau funktioniert, erklärt Sabine Fischer vom Kreis Recklinghausen: „Insbesondere arbeitsuchende, erwachsene Migrantinnen und Migranten werden beim Thema Arbeitsmarkt mit regulären Förder- und Beratungsangeboten oft nicht erreicht. Migrantenorganisationen können an dieser Stelle eine Schlüsselrolle spielen, indem sie innerhalb ihrer Gemeinschaft das notwendige Wissen über Zugänge zum Arbeitsmarkt weitergeben. In der Emscher-Lippe-Region ist das erfolgreich gelungen.“

Im Rahmen des Modellprojekts „Interkulturelle Arbeitsmarktlotsen aus Migrantenorganisationen in NRW“ wurden Mitglieder von Migrantenorganisationen zu ehrenamtlichen Arbeitsmarktlotsen qualifiziert. Insgesamt gibt es in NRW rund 2.400 Migrantenorganisationen. Mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland haben laut Statistischem Bundesamt eine Einwanderungsgeschichte. Davon leben etwa vier Millionen in Nordrhein-Westfalen. Um Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen, helfen die Interkulturellen Arbeitsmarktlotsen Migranten mit spezifischer Berufsförderung.

Mit Unterstützung der Regionalagentur Emscher-Lippe, des Kreises Recklinghausen und der Stadt Gelsenkirchen wurden zehn Personen aus der Region zu Interkulturellen Arbeitsmarktlotsen ausgebildet. In den vergangenen anderthalb Jahren erfuhren sie viel Neues in Bezug auf den Arbeitsmarkt und vernetzten sich untereinander. Dieses neue Wissen und ihre Erfahrungen geben sie passgenau innerhalb ihrer Gemeinschaft weiter. Da Ende des Jahres das Modellprojekt endet und die Beteiligten ihr Engagement weiterführen möchten, gründeten sie den Verein „Interkulturelle Arbeitsmarktlotsen und -lotsinnen in der Emscher-Lippe-Region e.V.“. „Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit“, sagte Petra Giesler von der Regionalagentur Emscher-Lippe bei der Vereinsgründung in Herten.

Das Modellprojekt IQ – Integration durch Qualifikation wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Interessierte können sich unter Tel. 02366/109817 oder per E-Mail an Petra.Giesler@emscher-lippe.de wenden.
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