„Fauliges Osterei“, wenn (mindestens) 3 Monate kein Mathe-Unterricht usw.

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Die Osterferien sind eine Gelegenheit, mit Schülern auch das zu üben, was vielleicht als Thema etwas weiter zurück liegt und nicht gerade behandelt wird. Fragt man, dann erfährt man mitunter, dass monatelang kein Mathe-Unterricht war / der Lehrer krank war oder noch ist / verschiedene Vertretungslehrer erlebt wurden / man gerade eine Projektwoche durch hatte und man deshalb wahrhaftig nicht sagen kann, was zusammen wiederholt/aufgefrischt werden könnte.
(Mathe in den Osterferien? Ja, es ist immer wieder lobens- und bewundernswert, wenn Schüler zum Beispiel eine Mathe-Nachhilfe auch in diesen Ferien besuchen!)

Nun sind diese Ausfallanzahlen/gründe allein schon haarsträubend, mag es auch da und dort nicht ganz so dramatisch sein, ist es allerdings gewiss sehr nahe an der Realität.

Dann kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen und sage, dass wir einfach mal zu den Dingen zurückkehren sollten, die zum Allgemeinwissen gehören, wie die Handhabung von Besteck oder das Ankleiden und natürlich das Schreiben einer SMS.

Und schon verdrehen Einzelne die Augen, da sie ahnen, was nun kommt:
### Teilbarkeitsregeln für 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 (ohne Rest!)
Ganz gleich, welche Klassenstufe, es ist Totenstille – und jeder hofft, nicht gefragt zu werden. Allein bei 5 und 10 erhellen sich die Gesichter. Und etliche wissen noch, dass es für 7 keine Regel gibt.
### Primzahlen? Und wo finden sie Anwendung?
Vereinzelt wird auf Hauptnennersuche hingewiesen – allerdings nicht mehr wissend, wie das ging.
### Schon sind wir bei der Bruchrechnung! In wieviel Drittel kann man eine Torte teilen?
### Was versteht man unter „Kürzen von Zahlen“ und wie geht das?
### Was ergibt 300kg minus 152kg? Schweigen und hoffen, dass sich einer dazu äußern wird.
### Wenn man 100€ Schulden hat und bekommt 76€ geschenkt, wie lautet die Differenz?

Es gäbe noch eine ganze Reihe einfacher Fragen für Schüler!
Doch kann es meines Erachtens nicht bei den Schülern allein liegen, wenn da Ebbe ist.

Was Jugendliche im Taschenrechner haben, fehlt oft im Kopf! – stelle ich immer wieder fest!

Sicher sind Rechner hilfreich und erleichtern das Finden von Lösungen und deren Darstellungen.
Doch wenn bei „18+17= ?“ fast durchgängig sofort zum Rechner gegriffen wird, dann ist etwas faul im Bildungswesen!
Wenn man beim Volumen eines Raumes im Zahlenwerk nachschauen muss und begeistert nach einer Weile findet „Volumen ist gleich a mal b mal c“ aber nicht gesagt werden kann, was a, b, c in der Wirklichkeit sind, dann ist etwas faul im Bildungswesen!
Wenn die Zahl der nicht die einfachsten Rechnungen beherrschenden Schüler zunimmt, dann ist etwas faul im Bildungswesen!

Was bringt ein junger Mensch, der Regeln der Differentialrechnung herbeten kann, der aber eine Reihe von zu addierenden Zahlen nicht summieren oder eine Torte in 8 gleiche Teile schneiden kann, der ohne Rechner/Handy oder ohne einen helfenden Menschen nicht klar kommt?

Wann wagt sich wer an die Ursachen und setzt sich für ein brauchbares Bildungswesen ein?
Wenn wir nach Fachkräften aus dem Ausland rufen aber unsere Schüler nicht befähigen können, wenn wir uns durch leistungsstarke Schüler blenden und von massenweisen Mißständen ablenken lassen, wenn man die Verantwortung der Eltern auf die Schule und deren Bildungsauftrag gar nur auf die Jugendlichen abwälzt, dann können nicht nur zu Ostern immer mehr faulige Eier gefunden werden!

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Vielleicht ein das Gesagte bestätigender Test:
Lassen Sie einen Schüler einfach einmal die „Siebener-Reihe“ rückwärts aufsagen: 70 / 63 / 56 . . ., wobei die Richtigkeit aber vor allem auch die benötigte Zeit aufschlussreich sein werden.

Mit Erleichterungen kann das Rechnen Spaß machen:
Aufgabe: 37546879 mal 5
Einfacher: 37546879 mal 10 und geteilt durch 2, weil man durch 2 besser teilen kann (Rest 0 oder 1) statt eine Zahl mal 5 (Überträge 0, 1, 2, 3, 4) zu nehmen.
375468790 : 2 =
187734395
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